„Schöne Idee“ - geht aber nicht!

Wilhelmsburger wollten muslimische
Flüchtlinge zum Essen einladen -
Unterkunftsbetreiber hatte aber kein Interesse

Von Chr. von Savigny.
An sich eine tolle Sache: Wilhelmsburger kochen für muslimische Flüchtlinge, die wegen des Fastenmonats Ramadan in ihrer Unterkunft Probleme mit der Verpflegung haben. Doch was kürzlich in der vom DRK betreuten Erstaufnahme am Karl-Arnold-Ring noch so wunderbar geklappt hatte, funktionierte nun in der Dratelnstraße - ebenfalls ein Erstaufnahmelager der Hansestadt - überhaupt nicht. Man habe einfach nur dankend abgelehnt, berichtet Andrea Pieper, die sich ehrenamtlich beim Wilhelmsburger Flüchtlingshilfe-Verein „Die Insel" engagiert.
„Das bringt nur Unruhe“
Die Essenseinladung, die eine Gruppe von Wilhelmsburger Ehrenamtlichen vor wenigen Tagen an die Bewohner der Dratelnstraße ausgesprochen hatte, wurde vom Unterkunftsbetreiber „fördern & wohnen" nach eigenen Worten durchaus wohlwollend regis-triert. „Eine Super-Sache und eine schöne Idee", sagt Sprecherin Susanne Schwendtke. Allerdings sei man als „quasi-staatliche Einrichtung" dazu verpflichtet, sich neutral zu verhalten. „Da bringt ein Extra-Essen für Muslime nur Unruhe hinein."
Schwendtke schlägt vor, das gemeinsame Ramadan-Essen „in anderem anderen Rahmen" zu veranstalten - was sie damit genau meint, lässt sie jedoch offen. Angesichts der kürzlich beschlossenen Erweiterung der Dratelnstraße auf fast 1.400 Plätze bittet die Sprecherin um Verständnis, dass man nicht kooperiert habe. „Das ist schwierig unter den Voraussetzungen, die dort jetzt herrschen", sagt sie.
Der Fastenmonat Ramadan verpflichtet gläubige Muslime dazu, zwischen Sonnenaufgang (derzeit kurz nach 5 Uhr) und -untergang (etwa 21.45 Uhr) weder zu essen noch zu trinken. Als Ausgleich bekommen die Muslime in der Erstaufnahme Dratelnstraße nach Auskunft von Schwendtke sowohl ein warmes Abendessen, das am späteren Abend serviert wird, als auch ein Frühstück-spaket zum Mitnehmen.
Am gemeinsamen Essen in der DRK-Unterkunft am Karl-Arnold-Ring hatten nach Angaben der Veranstalter über 200 von insgesamt 258 Bewohnern teilgenommen.
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