Schnell rein, schnell raus

Boote brauchen in Ernst-August-Schleuse nur noch maximal 19 Minuten

von Angela Dietz

Die neue Ernst-August-Schleuse ist verbessert worden. Boote und Barkassen werden jetzt deutlich schneller hindurchgeschleust. Noch vor kurzem wurde das 26 Millionen Euro teure Bauwerk als „Schildbürgerstreich“, beschimpft, weil die Schleusungszeiten extrem lang waren.
„Elf bis 19 Minuten dauert die Schleusung jetzt im Schnitt“, freut sich Alexander Schwertner, Sprecher der Hamburg Port Authority (HPA). In 90 Prozent aller Fälle soll der Ausgleich der Wasserstände zwischen tideabhängiger Elbe und dem Kanal so schnell funktionieren. „Wir sind absolut zufrieden“, freut sich Andrea Ubben von der igs deshalb. „Der Anfahrtsweg auf dem Wasser zur Gartenschau ist eine Touristenattraktion!“
Vorher hieß es 25 Minuten und länger Ruhepause für Boote in der Schleuse. Die Barkassenunternehmen, die wegen igs und IBA 2013 schon auf ein gutes Geschäft gehofft hatten, winkten daraufhin ab. Keiner wollte mehr von der Alster über die Elbe bis zum hiesigen Rathaus und zur igs nach Wilhelmsburg fahren.
Daraufhin optimierte die HPA den Betrieb. Die neue Ernst-August-Schleuse ist die erste mit Hubtoren in Hamburg. Das heißt, die Tore schließen und öffnen in senkrechter Richtung. Das Problem: Schließen diese Tore zu schnell, kann der Druck auf die Wasserfläche zu Verwirbelungen in der Schleusenkammer führen, die Boote oder Schiffe hin- und herschleudert. Dieses Problem hat man jetzt in den Griff bekommen. Vorteil der Hubtore: Auch bei extremem Hochwasser können sie durch ihr hohes Eigengewicht geschlossen werden.
Hubert Neubacher von Barkassen Meyer freut sich zwar über die verbesserten Schleusenzeiten. Doch wie schnell sich die Auftragsbücher füllen, bleibt abzuwarten. „Wir fangen jetzt wieder bei Null an“ sagt Neubacher.

In 90 Prozent aller Fälle muss die Ernst-August-Schleuse, die auch dem Hochwasserschutz dient, Wasserstände zwischen -2 und +2,50 Meter über Normalnull ausgleichen. Die Hubtore können stufenweise bewegt werden. Ob sie beispielsweise um 20 oder 40 Zentimeter auf einmal bewegt werden ist dabei variabel. So lassen sich gefährliche Wasser-Verwirbelungen in der Kammer vermeiden.
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