Schnell, jung und neuerdings Chef

Schulleiter Volker Clasing leitet seit August die Geschicke des Kiwi-Gymnasiums. Foto: pit

Volker Clasing (38) ist seit August Schulleiter des Kiwi-Gymnasiums

So rasend schnell wie das neue Turbo-Abitur in 12 statt 13 Jahren kommt auch der neue Schulleiter daher: Volker Clasing leitet seit August die Geschicke des Kiwi-Gymnasiums in der Krieterstraße. Der erst 38-Jährige denkt schnell, spricht schnell und kommt, nach seinen Plänen für die Schule befragt, sofort auf den Punkt: „Ich will das Gymnasiale stärken!“
Seit der Schulreform können Jugendliche auch an Stadtteilschulen ihr Abi machen – für Clasing Grund genug, den Schwerpunkt im Kiwi aufs „typisch Gymnasiale“ zu legen. Doch was ist das? „Dazu gehören die Naturwissenschaften, die wir in Zusammenarbeit mit den Unis gestalten, und natürlich die Fremdsprachen, vor allem die 2. Fremdsprache ab Klasse 6“, erläutert der Schulleiter. Darüberhinaus soll die bewährte Berufsorientierung künftig „Berufs- und Studienorientierung“ heißen, um den Fokus wieder mehr auf die Unis zu lenken. Clasing: „Ich möchte ehemalige Schüler, die studiert haben, miteinbeziehen und ein Netzwerk aufbauen, beispielsweise via Facebook.“
Wichtig ist dem neuen Schulleiter auch die Öffnung der Bildungseinrichtung zum Stadtteil hin. „Auch wenn wir der Tor-zur-Welt-Schule angeschlossen werden, sind wir grundsätzlich für alle Grundschulen Wilhelmsburgs offen“, betont Clasing. Gleichzeitig beziehe sich die geplante Öffnung auf außerschulische Belange. „Mit der VHS und der Weiterbildung Hamburg planen wir Angebote für alle Eltern in den neuen Räumlichkeiten der Elbinselschule“, nennt er einige Beispiele.
Volker Clasing weiß, wie der Hase läuft im Kiwi-Gymnasium: Seit 2005 ist er hier Lehrer für Englisch, Politik und Geschichte, hat Streitschlichter-Kurse gegeben, war Fortbildungsbeauftragter und zuletzt Personalratsvorsitzender. Der Schulleiterposten war nicht geplant. „Eigentlich wäre ich jetzt im Auslandsschuldienst in Japan“, erzählt er. Alles war schon so gut wie eingetütet, doch nach dem Reaktorunfall in Fukushima hätten er und seine Frau sich der dreijährigen Tochter zuliebe dagegen entschieden, „schweren Herzens“, gesteht er. Seine 8. Klasse wird erübrigens weiter unterrichten, auch als Schulleiter. „Ich will schließlich sehen, ob das, was ich von meinen Lehrern verlange, auch realistisch ist.“
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