Schlüsseldienst darf nicht ins Center

Schlüsselfachmann Aziz Inanli möchte ins neue Einkaufszentrum umziehen – darf es aber nicht. Erfolg erhofft er sich jetzt von einer Unterschriftenaktion.

Luna-Einkaufszentrum: Ladenbetreiber wehrt sich gegen Kündigung

von Christopher v. Savigny

Auf dem Berta-Kröger-Platz wird kräftig gebuddelt und gebaut. Nur noch wenige Geschäfte harren in den übriggebliebenen Pavillons aus, die nach Ende der Bauzeit abgerissen werden sollen. Auch Aziz Inanli, Geschäftsführer des ansässigen Schlüssel- und Schuh-Schnelldienstes, wird nach aktuellem Zeitplan im März nächsten Jahres das Feld räumen müssen. „Ich habe Herrn Schneider gesagt, dass ich gerne einen Platz im neuen Einkaufs-zentrum haben möchte“, berichtet Inanli. Investor Hans-Jürgen Schneider, Chef von Luna Immobilien, hatte dies den Gewerbetreibenden im Vorfeld angeboten.
Doch nun der Schock: Kein neuer Mietvertrag, sondern eine glatte Kündigung. „Man hat mir gesagt, das Geschäft sei bereits an einen anderen Schuh- und Schlüsseldienst vermietet“, schimpft Inanli, der bereits seit über zehn Jahren seine Dienste neben dem Marktkauf-Gebäude anbietet. Trotz der zu erwartenden Mietsteigerung möchte der Schuh- und Schlüsselfachmann gerne bleiben. „Ich will meinen Kundenstamm nicht verlieren.“
Warum ausgerechnet der Schlüsseldienst – anders als andere betroffene Geschäfte – keinen Vertrag bekommen soll, bleibt unklar. „Es findet eine Wettbewerbssituation statt“, sagt Schneider auf Anfrage des Wochenblatts. „Wir können nur Verträge anbieten, soweit Platz vorhanden ist.“ Inanli will sich damit nicht zufrieden geben: Er hat eine Unterschriftenaktion – knapp 1.000 Kunden haben schon unterschrieben. Letzte Woche wurde die Liste an Wilhelmsburgs Regionalbeauftragten Thorsten Schulz übergeben. Zusätzlich hat Inanli einen Juristen auf seinen Fall angesetzt: „Das Angebot für neue Räume ist zwar damals nur mündlich gemacht worden“, sagt Rechtsanwalt Christoph Jordan. „Aber wir haben Zeugen.“
Als Reaktion auf den Protest ihres Mieters hat die Verwaltung jetzt offenbar ein Abfindungsangebot vorgelegt. Maklerin Karin Jannsen (Jade KG), die mit der Verteilung der Geschäftsflächen beauftragt ist, hält die Sache damit für erledigt. „Beide Parteien haben sich einvernehmlich geeinigt“, lautet die knappe Auskunft.
Rechtsanwalt Jordan ist anderer Meinung: „Es handelt sich lediglich um einen Vorschlag“, stellt er klar.
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