Schlechte Stimmung bei den Kleingärtnern

IBA-Projektgebiete von oben: Im Hintergrund das Plangebiet "Nord-Süd-Achse". Foto:IBA

Wegen der Verlegung der Reichsstraße sollen
die Parzellen am Aßmannkanal verkleinert werden

Von Christopher von Savigny.
Im Zuge der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße müssen sich viele Kleingärtner im Stadtteil auf deutliche Einschnitte einstellen. Betroffen sind im Wesentlichen die Parzellen längs des Aßmannkanals zwischen Vogelhüttendeich und Rotenhäuser Straße: Einige von ihnen werden verkleinert, andere ziehen auf das Gelände der alten Reichsstraßen-Trasse nach Norden um.
Nach derzeitigem Stand soll im Herbst 2018 mit der Umstrukturierung begonnen werden, bevor dann - laut Planung - im Folgejahr die neue Reichsstraße für den Verkehr freigegeben wird. Auf den frei gewordenen Flächen entstehen rund 2.000 Wohnungen. Das Projektgebiet mit dem Namen „Nord-Süd-Achse" wird von der IBA Hamburg betreut. „Ziel ist es, das so hinzubekommen, dass alle Beteiligten ihre Interessen gewahrt sehen", sagt IBA-Sprecher Stefan Laetsch.
Ortstermin in den betroffenenen drei Kleingartenvereinen (KLGV) „Kolonie der Gartenfreunde" (KLGV 711), „Sommerfreude" (KLGV 715) und „Unsere Scholle" (KLGV 716): Die Laubenpieper sind verärgert. „Es gärt, wir sind enttäuscht", sagt einer von ihnen. Namentlich möchte niemand erwähnt werden - möglicherweise befürchten sie Konsequenzen. „Wir bekommen keine Informationen", lautet ein Kommentar. Ein weiterer Hobbygärtner sagt: „Ich muss zwar nicht umziehen. Aber wenn hier nebenan Wohnhäuser stehen und die Leute mir vom Balkon aus in den Garten spucken können, dann habe ich keine Lust mehr!"
Entwickelt wurde das Konzept der „Nachverdichtung" vom Landesbund der Gartenfreunde Hamburg (LGH). „Es handelt sich um eine schonendes Verfahren, das wir bereits in Altona erprobt haben", sagt der LGH-Vorsitzende Dirk Sielmann. Demnach sollen alle Gärten künftig höchstens 300 Quadratmeter Fläche haben - aktuell sind einige bis zu 500 Quadratmeter groß. Strom- und Wasserleitungen müssen neu verlegt, Wege neu gemacht werden. Mögliche Entschädigungen zwischen dem LGH als Pächter und der Stadt Hamburg als Eigentümer werden derzeit geprüft, heißt es.
Am stadtplanerischen Wettbewerb für das Projekt „Nord-Süd-Achse" sind sechs Architekturbüros beteiligt. Die Ergebnisse kann man am Dienstag, 10. Mai, ab 16 Uhr (Zwischenpräsentation) und am Dienstag, 12. Juli, ab 18 Uhr (Abschlusspräsentation) im Wilhelmsburger Bürgerhaus begutachten.
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