Schimmelpilz: Zoff um teure Tapeten

Rachida Abidi reichts: Die teuren Tapeten sind verschimmelt, sogar der Nachttisch ist durchgegammelt. „Die Saga soll mir den Schaden ersetzen“, fordert sie.

Vermieter Saga saniert (und tapeziert) nur befallene Wände

Was für ein Stress: Rachida Abidi, Mutter von drei kleinen Kindern und hochschwanger, hat die ganze Wohnung voller Handwerker. Weil mehrere Wände von Schimmel befallen sind, lässt der Vermieter eine aufwendige Schimmelpilzsanierung durchführen. Die Wilhelmsburgerin hat lange dafür gekämpft, dass endlich etwas unternommen wird. Zufrieden ist sie trotzdem nicht. „Die Saga will mir die teuren Tapeten nicht ersetzen“, ärgert sie sich.
Als die fünfköpfige Familie 2007 die Wohnung in der Grotestraße bezog, sah noch alles tiptop aus. Doch schon bald zeigten sich die ersten schwarzen Flecken an den Wänden. Abidi gab der Wohnungsgesellschaft Saga Bescheid. Abidi: „Die sagten, ich würde falsch lüften!“ Daraufhin begann sie, genau nach Anweisung zu lüften - und zu heizen. „Ich muss jährlich 400 Euro Heizkosten nachzahlen, doch richtig warm wirds trotzdem nicht“, klagt sie.
In der Wohnung herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, das Laminat kommt hoch, die Tapeten wellen sich, Möbel verschimmeln. Das Schlimmste: die Kinder sind ständig krank. Der Mieterverein riet ihr, sich schriftlich zu beschweren, doch ihr Deutsch ist zu schlecht. Stattdessen ging sie zur Saga-Geschäftsstelle, immer wieder.
Dank ihrer Beharrlichkeit wird nun saniert. Allerdings will die Saga sich nur um die befallenen Wände kümmern. Abidi: „Ich habe ein Vermögen für Anti-Schimmel-Tapeten ausgegeben, wer ersetzt mir die?“
Bei der Saga bestätigt man, dass nur die befallenen Wandbereiche saniert werden, inklusive dem Anbringen einer Spezial-Tapete zur nachhaltigen Schimmelpilzvermeidung. „Die anderen nicht befallenen Bereiche bleiben unangetastet und werden auch nicht dekorativ neu gestaltet“, stellt Saga-Sprecher Michael Ahrens klar. Für Rachida Abidi heißt das: ein munteres Tapeten-Durcheinander in allen Zimmern.
Dass das nicht schön aussieht, weiß offenbar auch die Saga und stellt eine Vergütung in Aussicht: „Die Saga ist bereit, Frau Abidi nach Vorlage der
Kosten für diese hochwertige Tapete und deren Prüfung ein Angebot zu unterbreiten“, so Ahrens. Darüber hinaus sei geplant, ab 2013 die Fassaden der betroffenen Häuser umfassend zu dämmen.
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3 Kommentare
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 29.11.2012 | 13:04  
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 15.12.2012 | 20:17  
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 16.12.2012 | 10:37  
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