Schimmelhaus: Jetzt auch noch Kakerlaken

Bewohner des Hauses Hövelbrook 4 im Treppenhaus: Sie klagen über Schimmel in den Wänden, Feuchtigkeit, undichte Fenster und immer wieder Brüche der Abwasserleitung. Foto: rs (Foto: rs)

Feucht, schimmelig und voller Ungeziefer – Behörde schaltet sich ein

Reinhard Schwarz

Kakerlaken, Schimmel, undichte Fenster: Bewohner des Hauses Hövelbrook 4 hatten vor ein paar Wochen Alarm geschlagen. In dem Haus leben 13 Kinder im Alter von drei Monaten bis elf Jahren, die häufig an Atemwegserkrankungen leiden. Immer wieder komme es zu Rohrbrüchen der Abwasserleitung, die nur notdürftig geflickt würden, berichteten die Mieter. Im Nachbarhaus im Niedergeorgswerderdeich 115/117, das demselben Vermieter gehört, wurden zudem Kakerlaken gefunden. Jetzt hat sich die Abteilung Wohnraumschutz des Bezirksamts Mitte eingeschaltet.
„Es gab eine Ortsbesichtigung im Haus Niedergeorgswerderdeich 117“, erklärt Bezirkssprecher Lars Schmidt-von Koss. Eine private Schädlingsbekämpfungsfirma sei vor Ort gewesen. „Eine Durchfeuchtung im Treppenhaus war allerdings nicht ersichtlich.“ Auch im Treppenhaus Hövelbrook 4 habe der Bezirksamtsmitarbeiter „keine größere Durchfeuchtung“ feststellen können. Jedoch habe er nicht in die Wohnungen schauen können, weil niemand geöffnet habe. Schmidt-von Koss: „Wir dürfen nur in die Wohnungen, wenn der Mieter das gestattet.“ Viele Mieter würden sich aus Furcht nicht an die Behörde wenden, so der Bezirksamtssprecher. Das sei auch im Fall der maroden GAGFAH-Häuser so gewesen.
Während der Behördenvertreter offenbar vergeblich klingelte, hatte Manfred Schubert von der Linken einen Termin ausgemacht und beide Häuser besichtigt. Im Haus Niedergeorgswerderdeich 115/117 konnte er weitere Missstände feststellen. Seine Diagnose: „Das Mauerwerk ist kaputt.“ Das Haus stehe auf Holzpfählen, die „sichtbar vor sich hingammeln“. Im Gegensatz zum Behördenvertreter konnte Schubert jedoch „ganz viele Risse und viel Feuchtigkeit“ feststellen. In einer Wohnung in Hövelbrook 4 habe er zudem schwarzen Schimmel entdeckt.
Bewohnerin Morline Weiß aus dem Haus Hövelbrook 4 berichtet, Beauftragte der Hausverwaltung hätten Schimmelflecken im Treppenhaus einfach mit weißer Farbe überstrichen. Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Zudem habe ein Verwandter des Vermieters gegenüber der Sinti-Familie geäußert: „Es hieß: Wir sollten dahin zurückgehen, wo wir herkommen. Und wir sollten froh sein, dass wir überhaupt eine Wohnung haben.“
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