Sanierungsbeirat wird eingestellt!

Jürgen Geißler und seine Weggefährten vom Sanierungsbeirat wollen ihre ehrenamtliche Arbeit für das Reiherstiegviertel auch 2017 fortsetzen. Foto:tsilis

Wie geht’s dann weiter im
„Südlichen Reiherstiegviertel“?

Von Andreas Tsilis.
Jürgen Geißler macht sich Sorgen. Jahrelang haben er und ein Dutzend Mitstreiter ehrenamtlich im Sanierungbeirat Südliches Reiherstiegviertel viel zur Verbesserung der Lebenssituation beigetragen - in Zusammenarbeit mit Ämtern und Polizei bekam man Lärm, Müll und Verkehrsbelästigungen in den Griff, Wohnraum wurde modernisiert, Straßen, Spielplätze und Grünflächen neugestaltet. Doch am Jahresende heißt es Abschied nehmen: Nach zehn Jahren wird das „Fördergebiet Wilhelmsburg S5 - Südliches Reiherstiegviertel“ behördlich eingestellt.
Staatliche Gelder für Vorhaben, die die Selbsthilfe und Eigenverantwortung der Quartiersbewohner stärken, wird es dann nicht mehr geben, befürchtet Geißler. Bisher hatte der Beirat dafür jährlich bis zu 10.000 Euro zur Verfügung. Wie es ohne Gremium und ohne Geld ab 2017 weitergehen soll, weiß man nicht. Aber soweit will Geißler noch nicht denken. Viel lieber überlegt der Lokalpatriot, wie man ohne Zuwendungen und ohne Lobby weiterhin erfolgreich helfen könnte. Im Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung weiß Leiter Michael Mathe, was er an dem Sanierungsbeirat hat.

Amt prüft alternative
Finanzierungsformen

„Deren Mitglieder“, sagt Mathe, „haben das Sanierungsverfahren und dessen Projekte mit hoher Kompetenz und personeller Kontinuität begleitet und unterstützt.“ Mathe kündigte an, alternative Finanzierungsformen einer Beiratsbegleitung zu prüfen. In anderen Hamburg-Mitte Fördergebieten wie dem Karolinenviertel oder dem Münzviertel existieren beispielsweise sogenannte „Quartiersbeiräte“. Die haben aber Schwierigkeiten unter neuen Rahmenbedingungen ihre Arbeit fortzusetzen.
Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat sich mit dieser Fragestellung „noch nicht befasst“. „Für 2016 gibt es für den Sanierungsbeirat und andere Stadtteilprojekte einen Verfügungsfonds in Höhe von 10.000 Euro“, teilt Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland gegenüber dem Wochenblatt mit. Im Klartext heißt das: Die Wilhelmsburger sollen froh, dass es in diesem Jahr noch Geld gibt...
Ob der Bezirk für die Beiratsarbeit im südlichen Reiherstiegviertel ab 2017 noch ein paar Euro lockermacht, ist ungewiss. So kann der Noch-Sanierungsbeirat um Jürgen Geißler erstmal nur hoffen.
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