Retter auf vier Pfoten

Eine echte Herausforderung: Iris Paiskas Pinschermix „Ronja“ klettert über eine Leiter. (Foto: cvs)

BRH-Hundestaffel am Reiherstiegknie feiert 15-jähriges Bestehen

Christopher v. Savigny

Nicht selten liest man Meldungen wie diese in der Zeitung: „Altenheimbewohnerin vermisst“, „Kind verschwunden“ oder auch „Wohnhaus nach Gasexplosion eingestürzt“. All das sind Fälle, bei denen die Vierbeiner der BRH-Rettungshundestaffel Hamburg und Harburg zum Einsatz kommen. Dieses Jahr feiert der Verein, der sein Zuhause an der Alten Schleuse am Reiherstiegknie hat, seinen 15. Geburtstag.
Rettungshunde leisten Erstaunliches: Bei Wind und Wetter schnüffeln sie sich durch unwegsames Gelände, sie klettern über Leitern, kriechen durch Röhren, laufen durch Rauch und Feuer und fahren auch mal Rolltreppe, wenn's sein muss. Flächensuchhunde können ein Gebiet von 50.000 Quadratmetern in wenigen Minuten absuchen, „Mantrailer“ verfolgen menschliche Gerüche über zig Kilometer, Trümmersuchhunde spüren Menschen unter eingestürzten Wohnhäusern auf. All dies, wohlgemerkt, unter teils großem Stress: Insbesondere in der Stadt machen den Vierbeinern Verkehrslärm, Gedränge und Autoabgase zu schaffen.
Wie schafft man es, seinen Schützling zu solchen Höchstleistungen anzuspornen? Geduld, Vertrauen und Einsatzbereitschaft gelten als oberste Voraussetzungen – Eigenschaften, die sowohl Hund als auch Herrchen mitbringen sollten. „Prinzipiell ist jeder Hund für eine solche Aufgabe geeignet“, sagt der Vereinsvorsitzende Holger Grinnus. Sportlich veranlagt sollte das Tier sein, am besten mittelgroß und zu Beginn der Ausbildung nicht älter als fünf Jahre alt. Zweimal wöchentlich wird auf dem Vereinsgelände trainiert, etwa 30 Ernstfall-Einsätze haben die Hunde im Jahr. Oft ist es blinder Alarm, aber manchmal hat man auch Erfolgserlebnisse, wie im Fall der zuckerkranken Frau, die sich im Wald verlaufen hatte. „Das ist dann wie ein Sechser im Lotto“, sagt Vereinsmitglied Kati Nietschmann.
Staatliche Unterstützung oder Geld für Einsätze bekommt die Hundestaffel nicht. Trotzdem sind Zwei- wie auch Vierbeiner mit viel Herzblut dabei. „Die Arbeit mit Hunden macht Spaß und ist eine spannende Herausforderung“, findet Grinnus.

BRH bedeutet Bundesverband Rettungshunde: Rund 80 Vereine oder auch „Staffeln“ gibt es deutschlandweit. Mit 50 Mitgliedern und etwa 20 geprüften Rettungshunden gehören die Hamburger zu den größten Staffeln ihrer Art. Kontakt: holger.grinnus@rhs-harburg.de
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