Reicht Hamburgs Winternotprogramm?

Obdachlosen UnterkunftLebensgefährlich: Obdachlose, die bei klirrender Kälte unter einer Brücke schlafen. Hamburg hat sein Winternotprogramm aufgestockt, aber reicht das? Foto: panthermedia

Nach dem Tod eines Obdachlosen: Debatte
um ausreichend Unterkünfte und Hilfsangebote

Folke Havekost/Olaf Zimmermann.

Obdachlose brauchen Unterschlupf im Winter, aber reichen die vorhandenen Plätze wirklich aus? Viele Wohnungslose übernachten daher trotz Kälte und Nässe im Winter draußen. Die Folgen: Am 13. November wurde ein Obdachloser tot unter der Brücke des U-Bahnhofs Rödingsmarkt aufgefunden.
Gut 2.000 Menschen (über)leben geschätzt in Hamburg auf der Straße. Die meisten in der Innenstadt. Wie viele es in Wilhelmsburg gibt und welcher Nationalität sie sind, ist unklar. Das Bezirksamt konnte keine Zahlen nennen. Auch die Frage, wie viele Mitarbeiter der Bezirksverwaltung sich um Obdachlose kümmern, blieb unbeantwortet.
Sicher ist: Obdachlosigkeit gibt es auch auf der Elbinsel. Eine Gruppe von Einwanderern aus Bulgarien und Rumänien lebt quasi auf der Straße, einige in ihren Autos. Immer mit der Hoffnung, irgendwo einen (schlecht bezahlten) Tagesjob zu ergattern. Speziell um obdachlose Menschen aus Osteuropa kümmert man sich bei „plata“ in der Rosenallee 11, Tel 28 00 43 12.
Das Winternotprogramm stößt in Hamburg an seine Grenzen. Dabei wurde es in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. „Vor zehn Jahren haben wir das Winternotprogramm mit 250 Plätzen gestartet, in diesem Winter sind wir mit 890 Plätzen angefangen“, weiß Michael Klahn, Amtsleiter der Sozialbehörde. „In Hamburg gibt es ein differenziertes Hilfesystem, um Obdachlosigkeit zu vermeiden. Wir gucken nicht einfach zu.“
Das Winternotprogramm bietet Betroffenen täglich von 17 bis 9 Uhr Unterschlupf an verschiedenen Standorten, die meisten Plätze liegen in der Münzstraße und am Schaarsteinweg in der Innenstadt.
In den Kirchengemeinden ist das „Angebot an Containerplätzen, die bis zum bis 31. März als Erfrierungsschutz aufgestellt sind, stabil geblieben“, so Steffen Becker, Sprecher der Diakonie. Die Reiherstieg-Kirchengemeinde hat ein Paar aus Mazedonien aufgenommen. „Beide sprechen auch nur mazedonisch“, sagt Pastor Vigo Schmidt.


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Stichwort „Winternotprogramm“
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Betreff: Winternotprogramm
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