Reichsstraße: Boden abgesackt

Grund: Rammarbeiten für die Gartenschau – Schaden: 35.000 Euro

von Angela Dietz

Ende März musste die Wilhelmsburger Reichsstraße B4/75 zwischen den Anschlussstellen Mitte und Süd vorübergehend voll gesperrt werden. Der Grund: Der Fahrbahnrand war durch Rammarbeiten für die Fundamente der Monorailbahn auf dem Gartenschaugelände an mehreren Stellen bis zu zehn Zentimeter abgesackt. Die Fahrbahn ist inzwischen wieder hergestellt.
Laut internationaler Gartenschau (igs) wurde im Vorwege ein Bodengutachten erstellt. Auch habe baubegleitend eine Setzungsprüfung stattgefunden. Doch das reichte offenbar nicht aus. „Aufgrund des Marschenbodens besteht immer ein geringes Restrisiko“, erläutert igs-Sprecherin Ina Heidemann. Beobachter aus dem Stadtteil meinen, das Absacken des Bodens sei vorhersehbar gewesen. Der Niedermoorboden sei in manchen Schichten teilweise flüssig. „Wenn man Löcher in die feste obere Bodenschicht bohrt, tritt der Flüssigboden nach oben aus“, weiß der Wilhelmsburger Botaniker Jörg v. Prondzinski, „besonders wenn Druck auf den Boden ausgeübt wird.“
Die Kosten für die Behebung des Schadens kann die Verkehrsbehörde (BWVI) noch nicht exakt benennen. „Überschläglich gehen wir von 35.000 Euro aus“, beziffert BWVI-Sprecheruin Susanne Meinecke die Kosten vorsichtig. Allerdings sei das die Summe für eine dauerhafte Instandsetzung. Laut igs kommen normalerweise Versicherungen für die Kosten auf. Das würde zurzeit geklärt.
Doch wie geht es nun mit dem Bau der Monorailbahn weiter? Und wie wird ein weiteres Absacken von Boden an anderen Stellen vermieden? „Die Monorailbahn wird wie geplant weiter gebaut“, kündigt Heidemann an. An „sensiblen Stellen“ soll nicht mehr gerammt werden. Stattdessen werde ein anderes Verfahren für den Bau der Fundamente angewandt.
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