Ran an die Nähmaschinen!

Werkstattleiterin Lotte Ehrhorn (r.) und Gudrun Stefaniak vom Beschäftigungsträger Passage wollen eine Zwischenmeisterei im Stoffdeck aufbauen.

Projekt Stoffdeck sucht Wilhelmsburgerinnen, die Spaß an Handarbeiten haben

Durch die großen Fenster zum Veringkanal fällt viel Licht auf die großen Zuschneidetische und Nähmaschinen von Stoffdeck. Seit Juni 2013 arbeiten junge Modedesigner und Hobbykreative in der 263 Quadratmeter großen Werkstatt in den Veringhöfen. Sie mieten sich stunden-, tage- oder monatsweise bei dem Kooperationsprojekt der Passage gGmbH und IBA Hamburg ein, nutzen die Profi-Nähmaschinen oder die Siebdruckwerkstatt. Jetzt will das Stoffdeck sein Angebot vergrößern und sucht Näherinnen und Schneiderinnen, um eine Zwischenmeisterei aufzubauen (Kontakt siehe Kasten). „So etwas gibt es in Hamburg noch nicht“, sagt Werkstattleiterin Lotte Ehrhorn.
Auch deutschlandweit gibt es nur eine Handvoll dieser Betriebe, die für Designer Kollektionen in geringer Stückzahl anfertigen. „Als Designer ist man der kreative Kopf, nicht jemand der alles näht“, erklärt Ehrhorn. „Aber wenn man in Asien produzieren lässt, dann müssen es gleich 5.000 Teile sein. Das ist eine große finanzielle Hürde.“ Die Textildesignerin möchte junge Modeschöpfer unterstützen und in der Zwischenmeisterei Prototypen oder kleine Serien nähen lassen. Der Bedarf sei da, erste Interessenten gibt es schon unter den professionellen Nutzern des Stoffdecks, erzählt Ehrhorn.
Das Projekt hat noch ein weiteres Ziel: Die Kollektionen sollen von Frauen aus Wilhelmsburg genäht werden, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keinen Job finden, jedoch über die nötigen Kenntnisse verfügen. „In einem Stadtteil wie Wilhelmsburg gibt es viele Menschen, die aus ihren Heimatländern handwerkliche Fertigkeiten mitbringen“, sagt Gudrun Stefaniak von Passage. Wie viel Potenzial hier schlummert, zeigt beispielsweise der muslimische Nähclub, der sich seit Kurzem im Stoffdeck trifft. „Eine der Frauen macht wunderschönes Makramee“, erzählt Ehrhorn. Diese aufwendige Knotentechnik oder auch Häkel- und Strickarbeiten möchte sie ebenfalls in der Zwischenmeisterei anbieten.
Gesucht werden zehn Näherinnen und Schneiderinnen, die zunächst auftragsbezogen beschäftigt werden. Bewerben können sich nicht nur ausgebildete Kräfte, sondern auch Autodidakten. Zudem soll es nicht an Sprachproblemen oder an mangelnder Kinderbetreuung scheitern. „Wir werden auch Beratungen anbieten und helfen Kita-Plätze zu organisieren“, sagt Stefaniak.


Info:
Interessierte können sich bis Donnerstag, 30. Januar, unter Tel. 64 85 17 49 oder per E-Mail an zwischenmeisterei@stoffdeck.de bewerben.
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