Radfahrer-Maut für den Alten Elbtunnel?

Noch können Radfahrer kostenlos durch den Alten Elbtunnel radeln. (Foto: Christiane Handke-Schuller)

Sanierung teurer als gedacht – Hafenbehörde will Fußgänger und Radler zur Kasse bitten

Seit 1994 werden der Alte Elbtunnel und die dazugehörigen Betriebsgebäude schrittweise saniert. Die Arbeiten an dem Jahrhundertbauwerk mit dem Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieursbaukunst in Deutschland“ sind viel komplexer und damit auch teurer, als geplant: Ursprünglich sollten die Kosten 17 Millionen Euro nicht übersteigen, mittlerweile werden laut Senat 100 Millionen Euro veranschlagt. Vor diesem Hintergrund erwägt die Hamburg Port Authority (HPA), zukünftig eine Maut für Fußgänger und Radfahrer zu erheben – Höhe unbekannt. Das hat der Senat auf eine Kleine Anfrage der Grünen bestätigt, die die Maut entschieden ablehnen.
Auch auf der Elbinsel wird das Vorhaben scharf kritisiert. „Wenn es so kommt, dann wäre das eine Wilhelmsburg-Maut. Es wäre absurd, wenn die Wilhelmsburger Radfahrer für die gestiegenen Baukosten der Renovierung des Tunnels in Haftung genommen würden“, sagt Klaus Lübke, Vorsitzender der SPD Veddel. „Wir haben zehn Jahre darum gekämpft, dass es einen ordentlichen Fahrradweg zum Elbtunnel gibt. Kaum ist er fertiggestellt, gibt es Gespräche über eine Maut. Wir lehnen das ganz klar ab.“
Die 426,5 Meter lange Tunnelverbindung zwischen St. Pauli und Steinwerder ist 1911 eröffnet worden. Fußgänger, Radfahrer und Autos werden mit Fahrstühlen zu den beiden gekachelten Röhren mit sechs Meter Durchmesser in 24 Metern Tiefe transportiert. Fußgänger und Radfahrer zahlten bisher nichts für die Durchfahrt, für Autofahrer fiel eine Gebühr von zwei Euro an.
Nach Angaben des Senats soll die Sanierung der Oströhre bis 2017 fertiggestellt sein. Wie es mit der Sanierung des westlichen Tunnelrohrs weitergeht, wird zurzeit geprüft.
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