Puppenmacherin zeigt ihre schönsten Geschöpfe

Die Geigenspielerin mit den feuerroten Haaren ist Erika Harenkamps neuestes Werk.

Erika Harenkamp lädt zur Ausstellung ins Museum Elbinsel

Anna Sosnowski, Kirchdorf

Wenn Erika Harenkamp an einer Puppe arbeitet, braucht sie viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Die Kirchdorferin feilt lange an ihren Geschöpfen herum, bis sie zufrieden ist. Besonders wichtig ist ihr das Gesicht. „Mich fasziniert der Ausdruck“, sagt die 68-Jährige. Stark muss er sein. Damit ihre Miniaturen von Pippi Langstrumpf, Claudia Schiffer oder Mary Poppins genau so gucken, wie Harenkamp es sich vorstellt, sitzt sie manchmal stundenlang an ihren Gesichtern, die sie aus feinstem Biskuitporzellan formt und selbst bemalt. Am Sonntag, 26. Oktober, zeigt sie von 14 bis 17 Uhr rund 20 der schönsten Puppen bei ihrer jährlichen Ausstellung im Museum Elbinsel Wilhelmsburg, Kirchdorfer Straße 163. Der Eintritt ist frei.
Harenkamps Puppen sind handgearbeitete Unikate. Auch ihre Kleider entwirft und näht die Puppenmacherin selbst. Dass ihr Handwerk noch immer viele Menschen fasziniert, stellte sie bei ihrer letzten Ausstellung im Kirchdorfer Museum fest. Während der Nacht der Museen zeigte sie Besucher alle nötigen Arbeitsschritte und ließ sie den Porzellanteig selbst kneten und rollen. „Das war höchst interessant für viele“, erzählt Harenkamp. „Sie hatten gar keine Vorstellung von der Arbeit.“
Während der Ausstellung kann man die Puppen auch kaufen. Der große Aufwand spiegelt sich jedoch im Preis wieder: Für Harenkamps Unikate müssen Liebhaber etwa 300 bis 500 Euro hinblättern. Früher lebte die Puppenmacherin vom Verkauf, heute ist das nicht mehr möglich. „Vor 20 Jahren hat man so eine Puppe zur Dekoration genommen und wie einen Blumenstrauß auf die Anrichte gestellt“, erzählt Harenkamp, die das Handwerk seit 1956 beherrscht. Zum Spielen eignen sich ihre Geschöpfe nicht – dafür sind sie zu empfindlich.
Neben einigen Reparaturen hat Harenkamp in diesem Jahr nur eine Puppe gefertigt, die sie bei ihrer Ausstellung zum ersten Mal zeigen will. Zu ihrem neuesten Werk habe sie Nicoles Lied „Ein bisschen Frieden“ inspiriert, erzählt sie. Auch wenn die Puppe mit den feuerroten Haaren und der Geige kaum noch an die Musikerin erinnert, sei sie doch ihr Zeichen gegen die vielen Kriege, die momentan die Welt erschüttern,sagt Harenkamp.
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