Projekt weiterhin ohne feste Finanzierung

Abschluss mit Zertifikat: die neuen Wilhelmsburger „Inselmütter“ (2. v. li.: Elternschulleiterin Birgit Trosien; 3. v. li: Projekt-Koordinatorin Aysel Kesen). Foto: cvs

Elternschule vergibt Zertifikate an „Inselmütter“

von Ch. v. Savigny

Sie helfen ausländischen Familien, sich im Stadtteil zurechtzufinden: In der Elternschule Wilhelmsburg haben jetzt zwölf junge Frauen ihr Zertifikat als „Inselmutter“ erhalten“. Zuvor hatten die Teilnehmerinnen einen zehnwöchigen Kurs absolviert, in dem es um Erziehung, Stadtteilerkundung, Kindertagesstätte, Schule und weitere Themen ging.
Das im September 2009 gestartete Projekt unterstützt ausländische Mütter bei Behördengängen, hilft bei der Suche nach einem Deutschkurs und gibt Tipps für Unternehmungen mit Kindern. Da die Inselmütter vorwiegend selbst ausländische Wurzeln haben, kann der Kontakt zum Teil in der Muttersprache der jeweiligen Familie stattfinden. Alle Teilnehmerinnen arbeiten ehrenamtlich.
Mit der Vergabe der Urkunden hat die Elternschule bereits ihren dritten Jahrgang der „Inselmütter“ verabschiedet. „Das ist ein großer Erfolg“, sagt Elternschulleiterin Birgit Trosien. Teilweise entwickelten sich auch längerfristige Begleitungen. Der Wermutstropfen: Für das Projekt gibt es nach wie vor keine feste Finanzierungszusage. „Es ist uns wichtig, eine regelhafte Absicherung zu bekommen, damit die Qualität gewährleistet ist“, so Trosien.
Unterstützt werden die Inselmütter von der Homann-Stiftung, von der Bürgerstiftung Hamburg und vom Hamburger Spendenparlament – allerdings müssen die Zuwendungen immer wieder neu beantragt werden. Letztens gab es auch Positives zu vermelden: Das Spendenparlament bedachte das Projekt mit einer stattlichen Einmalzahlung in Höhe von 30.000 Euro – und die Homann-Stiftung sicherte Fördergelder für die nächsten drei Jahre zu. „Inselmütter ist ein tolles Projekt, weil es Frauen ohne Arbeitserlaubnis eine Möglichkeit bietet, sich aktiv einzubringen“, sagt die Stiftungsvorsitzende Mechthild Kränzlin.
Vom Bezirksamt gibt’s dagegen nur wenig Geld – die Stadt muss sparen. Dennoch finden Politiker die Einrichtung unverzichtbar: „Die Inselmütter sind genau die richtigen, um Familien dabei zu unterstützen, den Stadtteil und seine Angebote kennenzulernen“, sagt Anja Keuchel (SPD).
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