Poetischer Hip-Hop, makabre Storys

Gewinner des diesjährigen Kiwi-Preises: Emre Kaya (18) und Sofia Seddig Zai (15).

Sofia Seddig Zai (15) und Emre Kaya (18) haben den diesjährigen Kiwi-Preis gewonnen

von Christopher von Savigny, Wilhelmsburg
Sie schreibt spannende Geschichten, er macht Hip-Hop mit gefühlvollen Texten: Sofia Seddig Zai (15) und Emre Kaya (18) teilen sich den diesjährigen Kiwi-Preis, der seit 1992 vom Helmut-Schmidt-Gymnasium (das bis vor einem Jahr noch Kiwi-Gymnasium hieß) vergeben wird. Gewürdigt werden besondere Leistungen auf den Gebieten der Kunst und der Wissenschaften, die außerhalb des Schullehrplans erbracht werden. Die Auszeichnung ist mit 500 Euro dotiert.
Geschichten erzählen, fesselnde Plots entwickeln: Das mochte Sofia schon immer. „Mein Vater hat mir immer viel über seine Kindheit erzählt“, berichtet sie. Irgendwann habe sie damit begonnen, Dinge aufzuschreiben. Sofias aktuelle Kurzgeschichte „Das Sommerkleid“, aus der sie anlässlich der Preisverleihung vorlas, ist ganz schön gruselig: Sie handelt von einem dubiosen Mord und von einem abgetrennten Kopf, der sich in einem Postpaket befindet – statt des Sommerkleids übrigens. „Gute Literatur macht aus, dass man sie unbedingt bis zu Ende lesen möchte“, sagt Schulleiter Volker Clasing. „Und genau so ist es allen aus der Jury gegangen!“
Wo andere Hip-Hopper gerne mit möglichst coolen und gerne auch beleidigenden Texten zu punkten versuchen, dichtet Emre lieber poetische Zeilen. Sein Lied „Mein Wille“ bekamen Schüler, Lehrer und weitere Gäste live zu hören. „Im Text geht es darum, dass ich zu mir stehe, und dass ich frei bin in meinen Entscheidungen“, sagt Emre. Seit vier Jahren macht der 18-Jährige Hip-Hop, im nächsten Sommer steht das Abitur an. Anschließend will er seine erste EP aufnehmen – eine Kurz-CD mit ungefähr sieben Stücken drauf. „Der Grad seiner Professionalität ist beeindruckend“, urteilt Schulleiter Clasen.
Insgesamt fünf Schüler und Schülergruppen hatten sich am diesjährigen Wettbewerb beteiligt – unter anderem mit einer Insektensammlung, mit mathematischen Experimenten und mit Gedichten. „Wir möchten zeigen, dass Schüler auch außerhalb des Unterrichts tolle Ideen haben, die es verdienen, gewürdigt zu werden“, sagt Stiftungsgründerin Ellen Schlatermund.
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