Party ohne nasse Füße

Musik mit „Lütt und Lütt“: Ex-Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (im Hintergrund, v. l.), Bayram Inan (GAL Wilhelmsburg), Dirk Sielmann (SPD Mitte), Carola Veit und Metin Hakverdi (beide für die SPD in der Bürgerschaft) schien's zu gefallen. Foto: cvs

Jahresempfang im Rathaus 50 Jahre nach der Flutkatastrophe

von Ch. v. Savigny

Vor 50 Jahren brauste der Sturm über die Elbinsel hinweg, und an den Mauern des Rathauses schwappte das Wasser empor: Der Jahresempfang des Regionalausschusses Wilhelmsburg/Veddel ging diesmal an einem besonders geschichts-trächtigen Datum über die Bühne. Genau ein halbes Jahrhundert zuvor war der Stadtteil von einer verheerenden Sturmflut heimgesucht worden. Große Gebiete der Elbinsel wurden zerstört, über 300 Menschen ertranken in den Fluten.
Rund 150 Gäste feierten tro-ckenen Fußes im proppevollen Sitzungssaal im vierten Stock. Als prominente Rednerin hatten die Veranstalter Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit gewinnen können. „Den Sturm und die Wassermassen hätte auch heute niemand verhindern können“, erinnerte die SPD-Politikern an die Flutkatastrophe. „Aus heutiger Sicht aber völlig unverständlich erscheint, dass die Behörden damals sämtliche Warnzeichen ignoriert haben.“ Die Sorge der Bürger heutzutage könne sie verstehen. „Ich kann Ihnen versichern, wir werden alles dafür tun, den Hochwasserschutz weiter auszubauen“, sagte Veit vor vielen älteren Zuhörern, die die Ereignisse im Februar 1962 noch hautnah miterlebt hatten.
Veit sprach sich zudem für einen Neubau der Reichsstraße aus und kündigte an, die Bürger weiterhin am Planungsprozess beteiligen zu wollen: „Die Verlegung schafft Beruhigung, auch wenn sie ordentlich diskutiert gehört.“ Von den 2013 beginnenden Großveranstaltungen Gartenschau und Bauausstellung werde die Elbinsel noch lange profitieren. „Es ist in der Verantwortung der ganzen Stadt, die Projekte weiterzuführen“, so Veit. Zum Thema Integration sagte sie: „Es gibt keinen Stadtteil, der mit Menschen fremder Herkunft so selbstverständlich umgeht. Es ist eine Herausforderung, die Wilhelmsburg annimmt.“
Musikalisch begleitet wurde der Abend vom Musikduo „Lütt und Lütt“, es gab Bier vom Fass und ein reichhaltiges Büfett. Zu Gast waren Menschen aus Wirtschaft, Vereinen und Politik – auch der gerade erst zurückgetretene Bezirksamtsleiter Markus Schreiber war mit von der Partie. Finanziert wird der Jahresempfang von der Bezirksversammlung Mitte, vom Regionalausschuss und von seinen Abgeordneten.
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