Ohne Schulgeld

Schule Fährstraße wird Hamburgs erste staatliche Waldorfschule

von Christoher v. Savigny

Wilhelmsburg geht neue Wege in Sachen Bildung: Als erste Schule deutschlandweit hat die Schule Fährstraße eine Kooperation mit einer Waldorf-Initiative abgeschlossen. Ab Herbst 2014 werden Waldorfpädagogen und Regelschullehrer gemeinsam Erstklässler unterrichten. Das Besondere: Aufgrund der staatlichen Beteiligung müsste kein Schulgeld bezahlt werden. Dies ist sonst bei Waldorfschulen, die ja nicht zu 100 Prozent vom Staat finanziert werden, üblich.
Geplant sind vorerst drei 1. Klassen mit Waldorfausrichtung. Je nachdem, wie viele Eltern ihre Kinder anmelden, könnte die Schule Fährstraße künftig vier- statt wie bisher dreizügig werden. Anschließend sollen die Klassen nach und nach „hochwachsen“ – ob bis Klassenstufe 4 oder bis zum Abitur, steht noch nicht fest.
Rund fünf Monate hatte die Schule mit dem Verein Interkulturelle Waldorfpädagogik in Hamburg und der Schulbehörde Gespräche geführt. Fest steht bislang nur, dass es überhaupt zur Zusammenarbeit kommt. Über Inhaltliches werde man ab Oktober gemeinsam verhandeln, sagt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde. „Ziel ist es, die vorteilhaften Aspekte der beiden pädagogischen Grundausrichtungen der Waldorfpädagogik und des Ganztagsangebots der Grundschule zu verbinden“, so Albrecht. „Bildungsorientierte Familien, die mehr und mehr in den aufstrebenden Stadtteil ziehen, sollen an diesen Schulstandort gebunden und so eine soziale Spaltung verhindert werden.“
Ursprünglich war der Verein mit der Bitte an die Schulbehörde herangetreten, eine eigene Waldorfschule auf der Elbinsel zu gründen – es wäre die achte ihrer Art in der Hansestadt gewesen. Doch die Behörde entschied sich für eine Kooperation. Christiane Leiste, Projektleiterin des Vereins, konnte sich schnell mit der Idee anfreunden. Denn: „Es gibt – neben manchem Unterschied – jede Menge Berührungspunkte.“ So sei die ganzheitliche Herangehensweise der Waldorfpädagogik mit Betonung auf den künstlerisch-handwerklichen Fächern den Fährstraßen-Kollegen sehr entgegengekommen. Auch die Schule freut sich auf das ungewöhnliche Projekt, das vorerst als Schulversuch laufen soll: „Ich bin gespannt auf unsere Zusammenarbeit“, sagt Schulleiterin Ulrike Klatt.
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