Nur noch eine Woche Arbeit

Rund 180 Hausbetreuer wie Andreas Hunter ­­– er arbeitet auf St. Pauli ­ – sind bei der „Chance“ tätig. Foto: saga/gwg

Förderung endet am 30. Juni: Hausbetreuer im Dahlgrünring muss seinen Job aufgeben

Er erledigt zuverlässig seine Arbeit, ist nett, freundlich, hilfsbereit – und hat doch in zwei Wochen keinen Job mehr: Edgar R., Hausbetreuer in Kirchdorf-Süd,  Dahlgrünring 2. „Wir hatten schon Hausbetreuer, denen war alles egal“, erzählt eine langjährige Mieterin, die ihren Namen nicht nennen mag, „aber Edgar kümmert sich. Wir verstehen nicht, dass er weg muss, wo es mit ihm hier so gut funktioniert.“
Nachgefragt bei der Saga/GWG: Warum wird der Hausbetreuer im Dahlgrünring 2 demnächst ausgewechselt? „Das für die Hausbetreuer zuständige Saga/GWG-Tochterunternehmen ‘Chance’ darf die in den Logen beschäftigten Kollegen maximal ein Jahr gefördert beschäftigen“, erklärt Saga/GWG-Sprecher Michael Ahrens. Das haben Sozialbehörde und Jobcenter, die einen großen Teil des Gehalts finanzieren, so vorgegeben. „Damit haben alle zwölf Monate immer wieder Menschen die Möglichkeit, eine Tätigkeit zu verrichten, die sie an den Arbeitsmarkt heranführt und persönlich stabilisiert“, erläutert der Saga/GWG-Sprecher.
Hintergrund: Dieses Projekt läuft unter der Bezeichnung „Förderung von Arbeitsverhältnissen“ (FAV) und wird von „Chance“ seit 2013 genutzt. Alle Hausbetreuer waren vorher in der Regel mindestens acht Jahre arbeitslos und haben mindestens zwei sogenannte „Vermittlungshemmnisse“. Ziel ist es, dass diese Menschen wieder eine Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt finden.
Michael Ahrens: „In der Vergangenheit wurde auf diese Weise eine Reihe von Hausbetreuern in feste Arbeitsverhältnisse vermittelt. In dem genannten Fall in Kirchdorf-Süd ist es leider so, dass der Vertrag des Hausbetreuers Ende Juni 2016 endet. In diesem Fall ist uns eine Vermittlung bisher nicht gelungen, was wir sehr bedauern“
Kann Saga/GWG die Hausbetreuer nicht selbst anstellen? Saga/GWG-Sprecher Ahrens: „Nein, die Saga kann die Hausbetreuer nicht selbst beschäftigen. Sie stellt die Logen zur Verfügung und gibt dadurch die Möglichkeit einer Beschäftigung. Und Saga/GWG zahlt jetzt schon einen erheblichen Teil der aufgewendeten Kosten.“


Hausbetreuer
Wie viel verdient ein Haus-betreuer? Michael Ahrens: „Die CHANCE zahlt den Tariflohn für das Wach und Sicherheitsgewerbe, aktuell in Höhe von € 9,00 bei einer 40 Stundenwoche. Uns freut dabei besonders, dass die bei uns tätigen Mitarbeiter dadurch seit langer Zeit das erste Mal finanziell unabhängig vom Jobcenter sind.“

Wie viele Hausbetreuer gibt es? Michael Ahrens: „Rund 180 Hausbetreuer sind bei der „Chance“ tätig. Eingesetzt in Logen von SAGA und GWG und anderen Wohnungsunternehmen.“

Ist Hausbetreuer ein 40-Stunden-Job? Michael Ahrens: „Der Tarifvertrag, der für die Hausbetreuer Anwendung findet, sieht eine 40 Stundenwoche vor. Die Öffnungszeiten der Logen sind abhängig vom Quartier.
Grundsätzlich gilt: Die Logendienste starten frühestens um 7 Uhr und enden spätestens um 22 Uhr an mindestens fünf Tagen der Woche. Die Logen werden – sofern möglich – entsprechend der Wünsche der Wohnungsgesellschaften besetzt.“
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