Neuer Schatz im Hafenmuseum

So gemütlich warteten Lotsen Ende des 19. Jahrhunderts auf die Schiffe: Historische Lotsenstube von Brunsbüttel mit ihrer kaiserzeitlichen Holvertäfelung. (Foto: Backens-Archiv, Marne)

Im 50er Schuppen: historische Lotsenstube von 1895 aus Brunsbüttel

Angela Dietz

Das Hafenmuseum im Schuppen 50 A an der Aus-traliastraße hat eine neue Attraktion: die historische Lotsenstube von 1895 aus Brunsbüttel. Der ehemalige Aufenthaltsraum der Elblotsen wurde zu Kaisers Zeiten errichtet, als der Nord-Ostsee-Kanal gebaut wurde. Die Stube ist ein einzigartiges Zeugnis für das Lotsenwesen an der Küste und auf der Elbe, ohne das kein Schiff den Hamburger Hafen anlaufen könnte.
Als das alte Lotsenhaus 2007 durch einen zeitgemäßen Neubau ersetzt wurde, sahen die engagierten ehrenamtlichen Mitglieder des Museums ihre Chance. In unermüdlicher Kleinarbeit wurden Gelder akquiriert und viel Arbeit in Abbau und Wiederaufbau oder Rekonstrukion gesteckt. 60.000 Euro sammelten Kapitän Albrecht Kramer, Chairman der Lotsenbrüderschaft Elbe, Hafenmuseumsleiter Achim Quaas und die Ehrenamtlichen.
Quaas freut sich sehr. „Das ist eine wesentliche Verstärkung für das Hafenmuseum!“, sagt er, „besonders in Hinblick auf die Frage: Wie kommen die Schiffe nach Hamburg?“ Denn in der historischen Stube warteten die Männer damals auf ihren nächsten Einsatz und konnten sich fachlich austauschen. Traditionellerweise war sie an einen Gastronomen verpachtet. Die Holzdecke ist schwarz vom Rauch, über den Tischen hängen Messinglampen und an den Wänden Ölgemälde mit Schiffsmotiven.
Was vielen Hamburgern als selbstverständlich erscheint – dass große Pötte sicher den Hafen, der mitten in der Stadt liegt, anlaufen können – ist keine Selbstverständlichkeit. Für Schiffe ab 90 Metern Länge und 13 Metern Breite besteht Lotsenpflicht. Die Giganten der Meere haben heute teilweise eine Länge von über 400 eine Breite von über 40 Metern und einen Tiefgang von über 14 Metern. Gleich drei Lotsen begleiten die Schiffe hintereinander: in der Deutschen Bucht, auf der Elbe und im Hamburger Hafen. „Für Hamburg ist der Lotsenberuf von großer Wichtigkeit“, erläutert Museumsleiter Quaas.
Lotsen sind erfahrene Nautiker, meist Kapitäne mit zusätzlicher Spezialausbildung, kennen die Deutsche Bucht und die Elbe wie ihre sprichwörtliche Westentasche. Sie wissen, wie man mit den Windverhältnissen, den Gezeiten, Strömungsverhältnissen und der Fahrrinne, den Untiefen und eingeschränkten Sichtweiten umgehen muss.
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