Neuer Fahrstuhl, altes Problem

SPD-Frau Kesbana Klein und Rolli-Fahrer Thomas Trägel ärgern sich, dass der neue Aufzug zu den Gleisen im S-Bahnhof Wilhelmsburg schon mehrfach wochenlang außer Betrieb war. „Die Wartung muss viel schneller werden“, fordert Klein.

Auch im neuen S-Bahnhof Wilhelmsburg fällt der Aufzug ständig aus

Thomas Trägel fährt jeden Tag mit der S-Bahn von Wilhemsburg nach Stellingen zur Arbeit. Es sei denn, der Fahrstuhl im frisch umgebauten S-Bahnhof der Elbinsel macht ihm einen Strich durch die Rechnung. „Der ist dauernd kaputt“, sagt der Rollstuhlfahrer genervt. „Dabei ist er noch keine acht Monate alt“. Ohne Fahrstuhl kann er unmöglich zum Gleis gelangen. Trägel: „Dann muss ich mit dem Bus auf die Veddel fahren, in der Hoffnung, dass der Fahrstuhl dort funktioniert.“ Rund 20 Minuten kostet ihn dieser Umweg pro Strecke, erzählt Trägel verärgert.
Schon lange vor dem Komplettumbau des Bahnhofs sei auch der alte Fahrstuhl öfter defekt als funktionstüchtig gewesen, erzählt Kesbana Klein, die für die SPD im Regionalausschuss sitzt. Deshalb habe sie, als der neue Bahnhof geplant wurde, gefordert, dass neben dem Fahrstuhl noch eine Rampe für Rolli-Fahrer gebaut werde oder zumindest ein zweiter Fahrstuhl. „Wir haben damals schon gesagt: Mit nur einem Fahrstuhl wird das ein Nadelöhr und ein Problem“, sagt Klein. „Am besten wäre eine Rampe gewesen. Die kann schließlich nicht kaputt gehen.“
Sie sieht ihre Befürchtungen jetzt bestätigt. Klein hat sich die Zeiten, in denen der Fahrstuhl seit seiner Eröffnung am 25. April mehr als einen Tag außer Betrieb war, notiert: Anfang August bis zum 14. August, 21. bis 25. November, und nach nur einem Tag Betrieb seit dem 26. November. Laut Aushang vor Ort soll der Aufzug am morgigen Donnerstag wieder laufen. Kleins Fazit: „Auf den Fahrstuhl ist kein Verlass!“
Davon will die Bahn nichts wissen. „Uns ist die erhöhte Störanfälligkeit nicht bekannt“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Es habe zwar Störungen gegeben, die teilweise durch Missbrauch und Vandalismus verursacht wurden, aber „der Ausfall des Fahrstuhls betrug in diesen Fällen bis zu 24 Stunden“, so der Sprecher. Im August sei der Fahrstuhl wegen eines technischen Defekts ausgefallen. Damals musste die Hauptplatine ausgetauscht werden, zurzeit gebe es Probleme mit der Tür. In beiden Fällen greife die Gewährleistung, die noch bis April 2015 laufe, und der Hersteller Thyssen muss sich kümmern. „Dann dürfen wir nicht ran“, sagt Meyer-Lovis. Wie lange Thyssen zum Reparieren brauche, könne die Bahn nicht beeinflussen.
Das Problem mit einer Rampe oder einem zweiten Fahrstuhl zu entschärfen, wie Klein es gefordert hatte, sei nicht möglich. „Dafür ist nicht ausreichend Platz“, sagt Meyer-Lovis.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.