Neue Leitung für Seniorencafé in der Mühle gesucht

Wie geht's weiter mit dem Seniorentreff? Gertrud Bräuniger hofft auf einen Nachfolger. Foto: cvs

Gertrud Bräuniger (88) hört auf - Letzte Öffnung des Cafés am 26. November?

Von Christopher von Savigny.
Gertrud Bräuniger hat mal ganz genau nachgerechnet. „1.290 Stück“, sagt sie. So viele Kuchen hat die 88-Jährige als Organisatorin des Seniorencafés in der Windmühle Johanna im Laufe der Zeit gebacken. Seit 15 Jahren engagiert sich Bräuniger ehrenamtlich in dem monatlichen Klönschnacktreff für die ältere Generation. Aus Altersgründen muss sie jetzt aufhören. Am Donnerstag, 26. November, öffnet das Café nach derzeitigem Stand – solange sich kein Nachfolger findet – ab 14.30 Uhr zum letzten Mal seine Pforten. „Für uns Senioren wäre es traurig, wenn so ein wichtiger Treffpunkt verloren ginge“, sagt Bräuniger.
Die Wilhelmsburgerin engagiert sich bereits seit Jahrzehnten im Mühlenverein. „Es gab damals kaum etwas, wo sich ältere Menschen treffen konnten“, berichtet Bräuniger über die Idee, einen Senioren-Kaffeeklatsch einzurichten. Das Konzept hat sich bewährt: Bis zu 50 Personen treffen sich jeweils am vierten Donnerstag im Monat. „Fast alle sind alleinstehend, einige kommen sogar aus Buchholz“, berichtet die Leiterin. Unterstützt wird Bräuniger zurzeit von drei weiteren Ehrenamtlichen, die ebenfalls um die 80 Jahre alt sind. Nur eine von ihnen kann eventuell weiter mithelfen.
Auch der Mühlenverein sorgt sich um die Zukunft des Seniorencafés: „Es wäre schade drum, denn das Café war immer ein beliebter Treff“, sagt der Vorsitzende Carsten Schmidt. „Wir im Vorstand gucken gerade, wie wir das auf neue Füße stellen können. Eine Lösung ist aber noch nicht in Sicht.“
Das derzeitige Gebäude der Wilhelmsburger Mühle wurde 1875 errichtet. Benannt ist sie nach Johanna Sievers, der Ehefrau des letzten Müllermeisters. Mangels Nachfolger verkaufte dieser die Mühle im Jahr 1961 an die Stadt Hamburg. Nach etlichen Zwischennutzungen ging das Gebäude 1997 an den Wilhelmsburger Mühlenverein über, der umgerechnet rund 500.000 Euro in die Restaurierung steckte.
Heute treffen sich in der Mühle Stammtische und Spielerunden. Mehrmals im Jahr finden Feste und Märkte statt (Schlachtfest, Mühlenfest). Außerdem gibt es ein reguläres „Mühlencafé“, das nicht nur Senioren vorbehalten ist.
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