Neopop von der Elbinsel

Jens-Ole Remmers macht aus bunten Kartons vielbeachtete Collagen. Silikonspritze und französisches Teppichmesser (Cutter) sind unentbehrliches Arbeitsgerät. Foto: tsilis

Jens-Ole Remmers Collagen
sind auch in Frankreich begehrt

Von Andreas Tsilis.
„Pink Lady“ ist ein australischer Zucht-Apfel, mit dem Milliarden verdient werden. Ein Wilhelmsburger hat daraus Kunst gemacht, die Konsumkritik versinnbildlichen soll. „Neopop“ nennt Jens-Ole Remmers (35) seine kartonartigen Collagen-Werke, von denen manche wie bunte Sterne aussehen und in namhaften Galerien in Hamburg, Berlin und Paris verkauft werden.
Remmers, ein gebürtiger Westfale, lebt und arbeitet seit zwei Jahren auf der Elbinsel. Der Liebe wegen zog er hierher. „Und außerdem“, sagt er, „ ist
eine große Stadt gut für die Kunst.“ Sein Studio befindet sich auf dem Gelände der Honigfabrik, dort tauscht er sich mit anderen Künstlern aus, dort wachsen frische Ideen für neue Werke. „Das ist hier mein Eldorado“ schmunzelt Remmers.
Künstlerisch hat er zwar jenes sagenhafte, südamerikanische Goldland auf der Elbinsel gefunden, finanziell teilt der Berufskünstler aber das Los vieler Gleichgesinnter: Man muss reichlich und lange schürfen, um etwas Gold - beziehungsweise Geld - zu bekommen. Mit Kunst lässt sich zwar ungeheuer viel Geld machen, gut davon leben können aber die wenigsten; Remmers steht noch am Anfang. Auch wenn für seine Werke bis zu 2.500 Euro aufgerufen werden, gilt es, so manche Durststrecke zu überwinden, wie er gesteht.

Begeisterter
Star Wars-Fan

Zuletzt lief eine Werkschau in der Normandie, jetzt geht’s weiter nach Paris, auch London ist im Gespräch. Warum gerade die Franzosen auf die Collagen des Deutschen von der Elbinsel so abfahren, darüber kann auch Remmers nur spekulieren. Vielleicht liegt es daran, dass er das Thema Kunst, Kommerz, Collage völlig neu aufarbeitet, vielleicht hat es die Kunstrichtung in Frankreich, dem Mutterland der Collagen, aber allgemein leichter.
2015 scheint für Remmers in Hamburg ein gutes Jahr zu werden. Das beste Jahr ist für ihn aber bisher noch immer 1979. Nicht nur, weil er da auf die Welt kam, sondern „weil „Star Wars die Leinwand eroberte“, wie Remmers begeisternd erzählt. Die Sternen-Saga ist bis heute großes Kino. Man braucht also nur den richtigen Riecher. Remmers hat sich auf Collagen eingeschossen, vielleicht ist Pink Lady der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die sich am Ende auch finanziell auszahlt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.