Nachts ist’s endlich leiser

Die Harburger Chaussee ist eine von Hamburgs lautesten Straßen. Mit dem Tempolimit will die Stadt nun nachts für mehr Ruhe sorgen.

In der Harburger Chaussee gilt jetzt zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30

Vergangenen Mai hat der Senat verkündet: Als Teil des Lärmaktionsplans 2013 werde man in einigen von Hamburgs lautesten Straßen ein nächtliches Tempolimit einführen, um lärmgeplagte Anwohner zu entlasten – und eine EU-Lärmrichtline umzusetzen. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sollten Autofahrer den Fuß vom Gas nehmen und nur noch 30 Kilometer pro Stunde fahren dürfen. Geplant war, das Tempolimit unter anderem in der Harburger Chaussee zu testen. Doch die Anwohner mussten sich gedulden. Erst knapp ein Jahr später, ist es nun endlich soweit.
• Seit wann gibt es das Tempolimit?
In der Harburger Chaussee gilt seit dem 21. März auf einem 580 Meter langem Abschnitt zwischen der Straße An der Hafenbahn und dem Gewerbegebiet in den Nachtstunden Tempo 30. Am 30. April wurde das Tempolimit auch in zwei Harburger Straßen, Moorstraße und in Abschnitten der Winsener Straße, eingeführt.
• Warum ließ die angekündigte Geschwindigkeitsbegrenzung so lange auf sich warten?
Laut Wirtschaftsbehörde gab es einen langen Vorlauf, weil viele Akteure mitentschieden haben. „Es mussten zahlreiche politische, behördliche und parlamentarische Gremien mit der Umsetzung befasst werden“, erklärt Sprecherin Susanne Meinecke.
• Wie lange läuft das Pilotprojekt?
Es soll vorerst ein Jahr lang getestet werden. Die erhobenen Daten werden von drei Stellen ausgewertet: der Wirtschafts-, der Innen- und der Umweltbehörde.
• Wie viele Fahrzeuge rollen über die Harburger Chaussee?
Tagsüber fahren durchschnittlich rund 17.300 Fahrzeuge über die Straße, 31 Prozent davon sind Lkw. Nachts sind es rund 2.150 Fahrzeuge – etwa 270 pro Stunde – der Anteil der Lkw sinkt auf 23 Prozent.
• Wie laut ist es jetzt und wie viel leiser soll es werden?
Durch den Verkehr sind nach Angaben der Behörden waren nachts etwa 180 Personen, die in der Häuserreihe direkt an der Straße wohnen, einem Lärmpegel von 65 Dezibel ausgesetzt. Weitere rund 100 Personen leben in Gebäuden, die weiter nach hinten versetzt sind, und mussten bisher 60 Dezibel ertragen. Durch das Tempolimit versprechen sich die Behörden, dass es 2,7 Dezibel leiser wird. Schon bei 60 Dezibel spricht man von einer beginnenden Gesundheitsgefährdung.
• Reicht das nächtliche Limit?
Nein, sagt der Veddeler SPD-Abgeordnete Klaus Lübke. „Ich würde es begrüßen, wenn es auch tagsüber Tempo 30 gäbe“, meint er. „Dann wäre die Straße nicht mehr so attraktiv für Lkw und sie würden über den Veddeler Damm fahren.“
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1 Kommentar
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Moritz Krauß aus Wilhelmsburg | 08.05.2014 | 16:45  
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