Nach der Schule gibt’s ein warmes Essen

Stiftungsgründerin Susann Grünwald kommt sehr oft in den Mittagskinder-Treff, um mit den Kindern zu spielen, zu lesen oder zu basteln. (Foto: Sabine Langner)

Stiftung Mittagskinder feiert zehnjähriges Bestehen

von Sabine Langner, Kirchdorf

Mehmet (Name von der Redaktion geändert) will später einmal Rechtsanwalt werden, „weil ich damit viel Geld verdienen kann“, sagt der Elfjährige aus Kirchdorf-Süd. Bis dahin wird sicherlich noch viel Wasser die Elbe hinunterfließen. Aber dass er jetzt die fünfte Klasse des Helmut-Schmidt-Gymnasiums besucht, ist sicherlich auch ein Verdienst der Stiftung Mittagskinder.

Wöchentlich besuchen 200 Kinder die beiden Treffpunkte

Seit drei Jahren kommt Mehmet regelmäßig nach der Schule in den Treffpunkt der Mittagskinder in Kirchdorf-Süd. Hier bekommt er ein warmes Mittagessen, macht Hausaufgaben und kann den Rest des Tages gemeinsam mit anderen Kindern spielen oder an einem der zahlreichen Projekte teilnehmen.
Vor genau zehn Jahren hat Susann Grünwald die Stiftung Mittagskinder gegründet. Einen Standort gibt es in der Hochhaussiedlung auf der Elbinsel, einen weiteren in Neuwiedenthal. Ziel ist es, Kinder mit frisch gekochtem Mittagessen zu versorgen. Mindestens ebenso wichtig ist der Stifterin die pädagogische Betreuung, weshalb alle Mitarbeiter einen Hochschulabschluss in Pädagogik oder Sozialpädagogik haben. Sie bieten den Kindern Schach- und Schwimmkurse, Fußballtraining oder Hausaufgabenhilfe an. Eine Theatergruppe, eine Lesegruppe, einen Chor und eine Kochgruppe gibt es auch. Damit die Mädchen und Jungen all diese Angebote kostenlos nutzen können, braucht die Stiftung für beide Standorte jährlich rund 500.000 Euro an Spendengeld.
Etwa 200 Kinder aus der Nachbarschaft besuchen die beiden Mittagskinder-Treffpunkte in der Woche. Die Fünf- bis Zwölfjährigen kommen aus 30 Nationen. Es sind „keine Kinder aus besonderen Notlagen, wohl aber Kinder, die keine idealen Voraussetzungen für ihren Lebensweg haben“, formuliert Susann Grünwald vorsichtig. „Die meisten Eltern leben finanziell höchst beengt. In den Familien gibt es zwischen drei und elf Kinder.“ Viele der Familien beziehen Transferleistungen, und es gibt Kinder, die bis zur Einschulung noch nie Kontakt zu deutschsprachigen Altersgenossen hatten.
Solche Überlegungen sind Mehmet und seinen Freunden völlig egal. Sie haben gerade Nudeln und Fisch mit Blumenkohl-Möhren-Sauce verputzt und kämpfen jetzt mit viel Enthusiasmus am Kickertisch gegeneinander. „Ich treffe hier meine Freunde und kann spielen und habe Spaß“, erklärt Mehmet und schießt ein Tor.
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