Mühlenbrack stinkt

Renate Koop und Norman Wolfram machen sich Sorgen um die ungepflegten Gewässer. (Foto: ad)

Anwohner: Wasserverband kümmert sich nicht – doch der behauptet das Gegenteil

von Angela Dietz

Es ist schön, im Grünen zu wohnen. In der Wilhelmsburger Gegend um die Mühle Johanna ist es sogar etwas romantisch. Weniger schön finden es Anwohner allerdings, wenn sich niemand um die Wassergräben und Teiche, die Wettern und Bracks, kümmert. Denn die verlanden dann und gammeln.
Norman Wolfram, Anwohner des Mühlenbracks, ist genervt. An der Schwanenfamilie auf dem Wasser freut er sich, aber das im Wasser wuchernde Grünzeug gefällt ihm überhaupt nicht. „Früher ist das regelmäßig entschlammt worden“, erzählt Wolfram. Doch das letzte Mal sei bestimmt schon 20 Jahre her, behauptet der Pensionär. Jetzt verlande das Brack zunehmend. „Im Sommer bei Hitze steigen Blasen auf und es stinkt erbärmlich“, berichtet er. „Ich frage mich, ob die Gasbildung gefährlich ist.“ Bei den zuständigen Stellen nachzufragen, hat er aufgegeben. Zuständig ist der Wasserverband Wilhelmsburger Osten. Die Mitglieder zahlen für die Gewässerpflege einen Beitrag. Umso mehr ärgert Wolfram, dass anscheinend nichts gemacht wird.
Verbandsvorsteher Dittmar Loose weist das energisch zurück: „Das stimmt nicht, dass wir nichts machen.“ Das aktuelle, „durchfinanzierte Programm“ laufe über mehrere Jahre. Ein Problem sei die knappe Zeit. Denn nur zwischen Oktober und Februar, wenn kein Vogel brütet, darf an den Gewässern gearbeitet werden. Doch dann herrscht oft Frost.
Akribisch zählt Loose auf, welche Wettern schon entschlammt sind: die Kuckuckswettern zum Beispiel vollständig, die Mühlenwettern teilweise. Mit den Wasserbau-Aufgaben betraut ist außerdem ein Ingenieursbüro. Ganz kurios: beim Blick auf die digitale Karte – kornblumenblau die Verbandsgewässer, türkis die anderen - lässt sich das Mühlenbrack überhaupt nicht finden.
Dierk Münster vom beauftragten Ingenieursbüro verspricht, sich die Sache vor Ort anzuschauen. „Von gefährlicher Gasbildung habe ich allerdings noch nie gehört“, sagt er auf Nachfrage.
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