Moschee für 1.000 Gläubige?

Geplanter Standort: Die Ecke Dratelnstraße /Thielenstraße. Ganz Hamburg hat zurzeit etwa 50 Moscheen – von denen aber nur der kleinste Teil von außen als solche zu erkennen ist. Foto: cvs

Muslimischer Verband und Behörden verhandeln über
Großprojekt in Wilhelmsburg - bislang ohne Ergebnis

ch. v. savigny, wilhelmsburg

Kommt sie oder kommt sie nicht? Seit etwa zwei Jahren verhandelt der muslimische Religionsverband Ditib Nord mit der Stadt über den Bau einer Moschee auf der Elbinsel. Im Gespräch ist ein Grundstück an der Ecke Dratelnstraße / Thielenstraße. Mindestens 1.000 Gläubige soll das neue Gotteshaus im Zentrum Wilhelmsburgs aufnehmen können.
Mitte April sollen nach Auskunft der Gemeinde „Yeni Camii“ („Neue Moschee“) in der Korallusstraße zuletzt Gespräche mit der Finanzbehörde und mit Oberbaudirektor Jörn Walter stattgefunden haben. Eine Entscheidung steht nach wie vor aus: „Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagt Behördensprecher Daniel Stricker. Vom Verband Ditib Nord ist auf Anfrage per E-Mail keine Antwort zu bekommen.

Skizzenhafter Bauentwurf

Am meisten profitieren von dem Bauvorhaben würde sicherlich die Yeni-Moschee selbst, die seit 1999 eine lediglich 80 Quadratmeter große, ehemalige Ladenfläche als Gebetsraum nutzt. An Freitagen hat die Gemeinde um die 300 Besucher, feiertags sollen es sogar bis zu 500 Besucher sein. Bei solchen Gelegenheiten wird auch draußen auf dem Rasen gebetet – selbst bei Regen und Schnee.
Vor knapp vier Jahren hatte Hamburg einen Staatsvertrag mit einigen muslimischen Religionsverbänden unterzeichnet, der unter anderem den Bau von Gebetsstätten regelt. Auch die Ditib Nord setzt sich für Neubauten ein: „Erst wenige tatsächlich als Moscheen erbaute Gotteshäuser machen die muslimische Präsenz in Hamburg und Schleswig-Holstein sichtbar“, heißt es in einer Broschüre, die zum fünfjährigen Bestehen des Verbands herausgegeben wurde. „Dieses ist aber wichtige Voraussetzung für einen transparenten und offenen Dialog und das Zusammenwachsen der Gesellschaft.“
Ein erster, skizzenhafter Bauentwurf findet sich in der Planung für das benachbarte IBA-Projektgebiet „Dratelnstraße“ – vier Minarette inklusive. Der Wilhelmsburger CDU-Politiker Jörn Frommann kann sich damit nicht anfreunden: „Grundsätzlich ist die CDU Wilhelmsburg der Meinung, dass diese Moschee in der Art und der dargestellten Größe in Wilhelmsburg keinen Platz erhalten soll“, so Frommann. „Letztendlich ist es ein falsches Zeichen für einen Stadtteil, der langsam dem Dornröschenschlaf entstiegen ist.“
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4 Kommentare
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Janwillem van de Loo aus Wilhelmsburg | 20.05.2016 | 12:37  
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Markus Thomsen aus Wilhelmsburg | 20.05.2016 | 14:21  
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Jörn Frommann aus Wilhelmsburg | 20.05.2016 | 16:13  
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Jörn Frommann aus Wilhelmsburg | 20.05.2016 | 16:16  
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