„Monstertreppe“: IBA hört auf Anwohner

Der Übergang zum Spreehafen: Die Treppe zur Hafenrandstraße. Wo jetzt Schnee liegt, wuchert im Sommer das Grün. Foto: ad

Pläne für überdimensionierten Zugang zum Spreehafen modifiziert

von Angela Dietz

Der Weg vom Reiherstiegviertel in den Spreehafen soll neu gestaltet werden. Vergangenen Sommer hagelte es jedoch Kritik von Anwohnern an den Plänen der Internationalen Bauausstellung, vor allem der Entwurf einer riesigen Treppe wurde als zu „monströs“ abgelehnt. Inzwischen hat die IBA ihre Pläne verändert. Zu verdanken ist das den „Parkrettern“, einer Gruppe von Anwohnern des Reiherstiegviertels, die nicht nur meckerten, sondern Verbesserungsvorschläge machten.
„Wir haben den Bedenken der Nachbarschaft nachgegeben“, kommentiert Hans Lied, bei der IBA zuständig für das Projekt, die Änderungen. „Wir wollen keine Zwangsbeglückung.“ Besonders entsetzt waren die Nachbarn von der 40 Meter breiten Freitreppe. Was IBA-Planer als einladend empfanden, wirkte auf die Wilhelmsburger wie ein ins Grün geknallter Sperr-Riegel. Jetzt wird die neue Treppe zur Hafenrandstraße deutlich schmaler: unten fünf, oben 4,20 Meter. Auch der Weg für Radfahrer, Kinderwagen und Rollstuhlfahrer, eine Rampe, ist verändert worden.
„Als wir uns zusammengesetzt haben, merkten wir schnell, dass die Verkehrssituation insgesamt schlecht ist“, berichtet Parkretter Bernhard Kaufmann. Die Gruppe stellte weitere Forderungen auf: Bessere Sicherheit am Fußgängerüberweg an der Hafenrandstraße, besserer Lärmschutz und mehr Naturschutz. Auch ein neuer Barkassenanleger fand wenig Gefallen. Er wurde ganz gestrichen.
Neu berechnet wurde der Lärmschutz. Künftig dämpft eine drei Meter hohe Plexiglas-Scheibe oben an der Treppe den Lkw-Krach. „Der Lärmschutz für die Anwohner wird an einigen Stellen besser“, erläutert Lied, „an einigen bleibt er gleich.“ Die Ampelanlage am Fußgängerüberweg erhält ein zweites Signal. Die Bäume, die trotz der Verkleinerung noch gefällt werden müssen, sollen mit einheimischen Bäumen wie Eiche, Spitzahorn, Esche und Weide nachgepflanzt werden.
„Wir freuen uns, dass die IBA die Pläne geändert hat“, so Anwohner Kaufmann zwar. Doch in puncto Sicherheit hätte er sich, vor allem wegen der Kinder, etwas anderes vorgestellt: eine eigene Fußgängerbrücke vom Park zum Deich am Spreehafen. Dazu IBA-Mann Lied: „Das ist zu teuer!“

Achtung Bauarbeiten:
Der Spreehafen wird Naherholungsgebiet: Noch in diesem Jahr wird der Zollzaun an weiteren Stellen geöffnet, unter anderem gegenüber der Einmündung zur Georg-Wilhelm-Straße. Deshalb finden zahlreiche Bauarbeiten statt, zum Beispiel wird der Weg auf der Deichkrone bis zum Wendekreis an der Niedernfelder Durchfahrt verlängert. Der Umbau im Park und an der Hafenrandstraße wird wegen umfangreicher Bauarbeiten vom Frühjahr bis in den November andauern. Vorgesehen sind größtenteils Teilsperrungen.
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