Mit Mitte 50 den ersten Film gedreht

Eva Maria Schnoor dreht Doku-Filme über Wilhelmsburg.

Für TIDE: Wilhelmsburgerin porträtiert ihren Stadtteil mit der Kamera

Eva Maria Schnoor ergeht es wie vielen Frauen ihres Alters, die über wenig Berufserfahrung verfügen, weil sie sich hauptsächlich um die Familie gekümmert haben. Ihre fünf Kinder sind inzwischen aus dem Haus. „Aber mit Mitte 50 ist es schwer, einen Job zu finden“, sagt die Wilhelmsburgerin. Doch zu Hause herumzusitzen ist ihre Sache nicht: Eva Maria Schnoor lernte, wie man eine Kamera bedient und dreht jetzt Doku-Filme über den Stadtteil, den sie wie ihre Westentasche kennt: Wilhelmsburg.
Über einen Bekannten bekam sie Kontakt zum TV- und Radiosender Tide, einer gemeinnützigen GmbH, die aus Rundfunkgebühren finanziert wird. Hier kann jeder selbst Radio und Fernsehen machen. Wer eine Idee für eine Sendung hat, kann sie mit Hilfe von Tide entwi-ckeln und umsetzen und am Ende mit technisch und inhaltlich sendefähigen Beiträgen 'on air' gehen. Genau das Richtige für Schnoor, die bereits erste Erfahrungen hinter der Kamera gesammelt hatte. Mit einem Bekannten hatte sie begonnen, an einem kleinen Film über die Elbinsel zu arbeiten. Doch das Projekt scheiterte, die Dreharbeiten wurden abgebrochen. „Ich hatte einfach zu wenig Ahnung, wie es geht“, erzählt sie.
Bei Tide lernte sie schließlich den richtigen Umgang mit Kamera, Mikrofon und Schnittprogrammen. „Die Lehrgänge habe ich aus eigener Tasche bezahlt, vom Arbeitsamt gabs nichts dazu“, so die Hartz- IV-Empfängerin. Doch davon ließ sie sich nicht abhalten. Bald war der angefangene Wilhelmsburg-Film fertiggedreht, und ein zweiter Film wartet bereits darauf, bei Tide gesendet zu werden. Der Termin steht noch nicht fest. Zurzeit plant die 55-Jährige bereits ein neues Projekt. „Einen Film über eine 96-jährige Wilhelmsburgerin, die viel zu erzählen hat“, so Schnoor. Außerdem geht sie alle zwei Wochen mit einer eigenen Radioserie auf Sendung. Das Thema? Schnoor: „Natürlich die Elbinseln!“
Geld bringt die Filmerei nicht ein, doch für Eva Maria Schnoor gibt es Wichtigeres: „Diese Arbeit stärkt enorm das Selbstvertrauen!“


Den ersten Film kann man sich im Internet bei Youtube anschauen: http://youtu.be/ uB7mvt0D9wU
Kontakt: lichtblicke@tidenet.de
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