Mit dem Smartphone über die Elbinsel

Internet-Rallye am Wasserturm Groß Sand: Özge (17, l.) und Funda (16) haben bereits die nächste Frage auf dem Display. (Foto: Christopher von Savigny)

„Chat and Run“: Jugendliche der Stadtteilschule Wilhelmsburg entwickeln Internet-Rallye

von Ch. v. Savigny, Wilhemsburg
Wie heißt der Kanal, an dem du dich befindest? Welche Gebäude der Hamburger Skyline sieht man von der Brücke aus? An Station Nummer sieben – der „Katzenkocherei“ – sind Wissen und Pfiffigkeit gefragt. Denn ohne Antwort kommt man nicht weiter. Erst wenn auch das letzte Rätsel gelöst ist, kommt der alles entscheidende Tipp, wohin die Reise geht.
„Chat and Run“ nennt sich die multimediale und interaktive Stadtteilrallye, die die Klasse 10d der Stadtteilschule (STS) Wilhelmsburg in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg erarbeitet hat. Das Prinzip ist einfach, Voraussetzung ist ein Smartphone mit QR-Scanner. Teilnehmen kann jeder, der an einer beliebigen Stelle im Stadtteil einen der insgesamt 15 quadratischen, aus schwarzen und weißen Punkten zusammengesetzten QR-Codes entdeckt, die auf eine lokale Sehenswürdigkeit hinweisen. Werden diese Codes per Scan aktiviert, leiten sie die Rallyeteilnehmer auf die mobile Homepage von www.chatandrun.de weiter. Auf die Weise gelangen Mitspieler von der „Katzenkocherei“, wie die Nordischen Ölwerke im Volksmund heißen, zum Stübenplatz und von dort aus weiter zum Haus der Jugend und zum Rotenhäuser Feld. Die Tour, die durch das Bahnhofs- und das Reiherstiegviertel führt, startet und endet an der STS Wilhelmsburg in der Rotenhäuser Straße. Insgesamt müssen 15 „Points of Interest“ angesteuert werden. Zeitdauer: etwa zwei Stunden zu Fuß.
STS-Lehrerin Anke Kap-hengst hat die Rallye innerhalb von zwei Jahren zusammen mit ihrem Profilkurs entwickelt. „Mir war wichtig, dass die Schüler ihre persönlichen Highlights auswählen und präsentieren“, sagt sie. Auch Projekte der Internationalen Bauausstellung wie der Energiebunker gehören zu den Stationen. „Gerade den Bunker finde ich sehr interessant, weil der früher als Schutz für Anwohner diente“, sagt Josephine (15). „Jetzt wird er umgebaut – ich staune, wie schnell das geht!“
Dank der Internationalität des Stadtteils – allein an der STS Wilhelmsburg werden 22 verschiedene Sprachen gesprochen – sind Infos und Fragen auch in anderen Sprachen abrufbar. „Die interaktive Rallye hat nicht nur die jugendlichen Ersteller mit Stolz erfüllt, sondern auch ihre eigene Mehrsprachigkeit und ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit gefördert“, sagt Jens Siemon von der Universität Hamburg.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.