„Man weiß vor Dreck schon gar nicht mehr, wohin!“

Wird sich schon einer drum kümmern – irgendwann: An der Georg-Wilhelm-Straße hat jemand seinen Sperrmüll deponiert. (Foto: Christopher von Savigny)

In Wilhelmsburg liegt oft Müll herum – Stadtreinigung kann kein Problem erkennen

von Chr. v. Savigny, Wilhelmsburg

Weggeworfene Kippen und Plastikmüll auf dem Gehsteig, Sperrmüll am Straßenrand, leere Dosen und Flaschen im Park: Wilhelmsburg – zumindest das Reiherstiegviertel – scheint derzeit überzuquellen vor Unrat. Vielen stinkt es: „Ich bin hier täglich mit meinem Hund unterwegs“, berichtet Anwohner Mario Fessler. „Vor lauter Dreck weiß ich schon gar nicht mehr, wohin zum Gassigehen!“
Gegen die Vermüllung von Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünflächen hat die Stadtreinigung kürzlich hamburgweit zehn neue „WasteWatcher“ eingestellt, die die Müllsünder – wo auch immer es ihnen gelingt(!) – ertappen und ihnen ins Gewissen reden sollen.
Außerdem ist im Oktober 2014 ein neuer Bußgeldkatalog in Kraft getreten, der Verschmutzungen im öffentlichen Raum mit deutlich höheren Bußgeldern ahndet. Wer etwa Zigarettenschachteln wegwirft, kann neuerdings mit 150 Euro zur Kasse gebeten werden (früher bis zu 70 Euro). Auch für Sperrmüll (bisher 250 Euro, jetzt 400 Euro) und Altreifen (75/200 Euro) wurde die Gebühr erhöht.
Bei einem Rundgang durch Georg-Wilhelm-Straße, Mannesallee, Zeidlerstraße und Vogelhüttendeich kann man die Massen an Unrat kaum übersehen: Hier hat jemand seinen Sperrmüll entsorgt und einfach neben ein paar Mülltonnen gestellt, dort stehen volle Mülltüten einfach so auf dem Bürgersteig herum. Kaum ein Stück-chen Grün, das nicht von (Verpackungs-) Müll übersät wäre.
André Möller, Sprecher der Stadtreinigung, kann allerdings kein Müllproblem speziell für Wilhelmsburg ausmachen. So habe die Müll-Hotline der Stadtreinigung in diesem Jahr exakt 431 Meldungen für die Elbinsel entgegengenommen. „Gemessen an 15.429 Meldungen für ganz Hamburg ist das nicht viel“, so Möller. Allenfalls in Bezug auf das Jahr 2013 sei eine leichte Steigerung erkennbar. „Da hatten wir 396 Hotline-Anrufe für Wilhelmsburg.“ Und noch ein paar interessante Zahlen: 40 Prozent der Meldungen beziehen sich üblicherweise auf vermüllte Gehsteige, zehn Prozent auf Grünstreifen und der Rest auf sonstige Flächen.
Mehrmals pro Woche sind die städtischen Saubermänner zwecks Gehwegreinigung in Hamburg unterwegs – je nach Straße ganz unterschiedlich. „Die Georg-Wilhelm-Straße wird bis zu fünfmal gereinigt, andere Straßen nur ein oder zweimal“, so Möller.
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