Mal ohne Kinder frühstücken ist auch schön

Alle zwei Wochen treffen sich im Westend Wilhelmsburger Frauen zum gemeinsamen Frühstück. Foto: jve

Offene Gruppe: Alle zwei Wochen treffen sich Frauen im „Westend“

Julia Vellguth

Köstlicher Duft strömt dem Besucher beim Betreten des „Westend“ entgegen. In der Küche des Nachbarschaftstreffs am Vogelhüttendeich herrscht geschäftiges Treiben, denn um 10.30 Uhr geht es los: Jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat treffen sich hier die Frauen aus der Nachbarschaft zum gemeinsamen Frühstück.
Als „Internationales Frauenfrühstück“ rief Traudel Schönsee von der Stadtmission die Frauengruppe vor anderthalb Jahren ins Leben. Mal sechs, mal acht, mal zehn Besucherinnen kommen zu dem gemütlichen Treffen. Zum festen Kern gehören die vier Schwestern Ayshe (41), Fatma (39), Fadime (34) und Gülümser (30), die auch mal ihre Eltern oder Schwägerin oder ihre Kinder mitbringen.
Das Essen machen die Teilnehmerinnen selbst, und was die jungen Frauen auftischen, würde auch für mehr Gäste reichen. „Wir versuchen jede Woche etwas anderes zu machen und sprechen uns ab, damit nicht alle das Gleiche mitbringen“, erklärt Fadime. Nach dem Frühstück gibt es Kaffee und Kuchen, denn keiner soll hungrig nach Hause gehen.
„Das Frauenfrühstück bringt Abwechslung“, meint Fatma. „Es ist langweilig, immer zu Hause zu frühstü-cken.“ Sie und die anderen genießen es, den Vormittag ohne ihre Kinder so zu verbringen. Neue Besucherinnen werden offen und warmherzig aufgenommen, wie an diesem Morgen Ingeborg Jankowski, die eigentlich nur ihren Schirm im Westend vergessen hatte. Kurzerhand wird die ältere Dame zum Frühstück eingeladen – und ist von den vielen türkischen Speisen begeistert.
Initiatorin Traudel Schönsee freut sich über die aktive Frauenrunde, aus der auch schon eine Hausaufgabenhilfe entstanden ist. Und sie hat noch mehr Ideen für das
Westend, wie einen Veranstaltungszyklus zum Thema Sitten und Gebräuche, für die sie noch Beiträge sucht. „Für mich ist es sehr spannend, andere Kulturen kennenzulernen. Hier kann man viel lernen“, meint die 65-Jährige. Auch eine Seniorengruppe schwebt ihr vor. Doch sie weiß: „Es ist sehr schwer, hier etwas ins Leben zu rufen. Man braucht viel Geduld.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.