LunaCenter: 15 Prozent Leerstand

Das LunaCenter ist aus dem früheren Marktkauf hervorgegangen. Nach dem Umbau hatte sich die Verkaufsfläche von 9.500 auf 19.000 Quadratmeter verdoppelt. Foto: cvs

Investor Hans-Jürgen Schneider wehrt sich gegen Leerstands-Gerüchte –
die Linke hatte in der Bürgerschaft nachgefragt

Von Christopher von Savigny.
In manchen Ecken des Luna
Centers am Wilhelmsburger S-Bahnhof fühlt man sich als Besucher ziemlich verloren: dunk-le Schaufenster, dahinter blanke Fußböden, vielleicht ein paar Paletten – und sonst nichts als gähnende Leere. „Im ersten Stock glaubt man wirklich allein auf der Welt zu sein“, sagt ein ansässiger Geschäftsbetreiber, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Ich finde das geschäftsschädigend. Man lebt ja hier vom Publikumsverkehr!“
Zur Auslastung des Wilhelmsburger Einkaufszentrums gab es kürzlich eine Anfrage der Linken in der Bürgerschaft, die auch die örtliche Linksfraktion aufgenommen hat: „Seitens der Bewohner wurde von Anfang an ein hoher Leerstand von etwa einem Drittel der Verkaufsfläche beobachtet“, heißt es in dem Antrag aus der letzten Regionalausschusssitzung. „Bis heute hat sich der Leerstand durch weitere Geschäftsaufgaben auf etwa die Hälfte erhöht.“

„Gift für den
Verkaufsstandort“

Das Luna-Center war im November 2014 nach zweieinhalbjährigem Umbau eröffnet worden. Auf rund 19.000 Quadratmetern finden sich gut 40 Geschäfte. Zu den „Ankermietern“ gehören Marktkauf, KiK, Das Futterhaus und Tchibo Prozente. Nach der Anfrage der Linken macht sich Eigentümer Hans-Jürgen Schneider jetzt Sorgen um die Zukunft seines Hauses: „So etwas ist Gift für einen Verkaufsstandort“, sagt er.
Anstatt von 50 spricht Schneider von 15 Prozent nicht vermieteter Fläche. „Wenn Sie durch das Luna-Center gehen, werden Sie feststellen, dass nur der Neubau vom Leerstand betroffen ist.“ Ehrlicherweise müsse man sich auch fragen, warum überhaupt 85 Prozent der Verkaufsfläche vergeben sei. „Wir haben mal einen Tag lang unsere Kunden zählen lassen und kamen auf 19.200“, berichtet Schneider. „Wenn man das mit den 23.000 Kunden des Elbe-Einkaufszentrums vergleicht, bin ich da nicht unglücklich drüber. Es bedeutet, dass unser Einzugsgebiet weit über Wilhelmsburg hinaus gehen muss.“
Mit dem Bekleidungshaus C&A hätte das LunaCenter schon vor zwei Jahren einen Großmieter haben können – doch das Geschäft scheiterte, weil der Umbau zu spät fertig wurde. Aktuell habe er fünf Anfragen von Fitnessstudios. „Aber das bringt hier nichts“, sagt Schneider. „Wir sind Nahversorger und müssen unserer Aufgabe gerecht werden.“
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