Lesemütter unterwegs

Sie ist eine von zehn Müttern, die sich in einem zweitägigen Seminar zu Lesemüttern haben ausbilden lassen. Foto: pr

Neues Vorleseprojekt der Nelson-Mandela-Schule

Jeden Dienstag treffen sich eine Handvoll Mütter in der Nelson-Mandela-Schule (NMS) zum Müttercafé. Zehn von ihnen haben sich jetzt zu Lesemüttern ausbilden lassen. „Sie gehen künftig in Kitas und Grundschulen, um dort vorzulesen – in Deutsch oder ihrer Muttersprache“, sagt Maria Gawrosch, Lehrerin an der NMS.
Die Idee für das Leseprojekt kam Gisela Pagel, Organisatorin des Müttercafés, als sie von einem ähnlichen Projekt in Berlin gelesen hatte. Dort wurden seit Jahren Frauen mit ausländischen Wurzeln zu mehrsprachigen Vorlesepatinnen qualifiziert. In Wilhelmsburg meldeten sich schon bald zehn Mütter zum zweitägigen Seminar an, in dem sie lernten, wie man Bücher vortragen muss, damit Kinder in ihren Sog geraten. Nicht nur auf lebhaftes, deutliches Vortragen mit Pausen, Mimik und Gestik kommt es an, sondern vor allem darauf, mit den kleinen Zuhörern in einen Dialog zu treten, sie durch das „Hervorkitzeln“ ihrer eigenen Erfahrungen in das Geschehen hineinzuziehen, indem sie ihr Leben vergleichen mit dem, was in der Geschichte passiert. „Das ist gar nicht so einfach“, weiß Maria Gawrosch.
Alle Teilnehmerinnen bekamen zum Abschluss ein Zertifikat und dürfen nun in Kitas und Grundschulen Erfahrungen sammeln. Gawrosch: „So helfen sie Kindern, ihre Fantasie zu entwickeln – und fördern sie nebenbei in der deutschen und vielleicht auch in ihrer Muttersprache.“
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