Lahme Schleuse: Bürgermeister soll helfen!

Vor zwei Jahren noch ein gutes Team: Biergarten-Wirt Quasim Dreshaj (r.) und Hubert Neubacher, Geschäftsführer der Reederei Barkassen-Meyer. Alle 70 Barkassenfahrten sind inzwischen gestrichen, nur das Cabrio-Schiff „Sanna“ hält auch weiterhin am Biergarten – als Binnenschiff braucht es keine Schleuse. Foto: pit

Problemfall Ernst-August-Schleuse: Betroffene Anwohner, Wassersportvereine und Gewerbetreibende schreiben an Olaf Scholz

Die Hiobsbotschaft, dass die neue Ernst-August-Schleuse wesentlich langsamer ist als ihr Vorgänger, bringt Anwohner, Wassersportvereine und Gewerbetreibende in Bedrängnis. Weil sie die langen Schleusenzeiten von bis zu einer Stunde ihren Passagieren nicht zumuten wollen, haben viele Barkassenbetriebe ihre geplanten Elbinselfahrten gestrichen; ansässige Sportvereine haben ihre wassersportlichen Aktivitäten deutlich heruntergefahren. Jetzt wenden sich die Betroffenen mit einem offenen Brief hilfesuchend an den Bürgermeister.
„Wir bitten Sie dringend, sich dieser Angelegenheit anzunehmen, damit weitere zukünftige Schäden abgewendet werden können“, appellieren die Unterzeichner an Olaf Scholz. Und legen gleichzeitig den Finger in die Wunde, indem sie auf „verschwendete Steuergelder“ verweisen: Immerhin habe der Schleusenneubau 26 Millionen Euro verschlungen, zuzüglich der 15 Millionen Euro für den Ausbau des Aßmannkanals – der sich nun, da die erwarteten Barkassen wegbleiben, als überflüssig erweise. Die Steuerzahler würden sich fragen, ob es sich hierbei um einen Schildbürger- streich handele, heißt es in dem Schreiben.
Nicht zu vergessen seien die Besucher der internationalen Bauausstellung und Gartenschau, die im nächsten Jahr nun nicht mehr wie geplant per Schiff anreisen könnten, und letztendlich auch die Gewerbetreibenden, deren Exis-tenz durch den Rückzug der Barkassenbetreiber bedroht ist. „Ganz Wilhelmsburg ist isoliert, aber mich trifft es am härtesten“, klagt Quasim Dreshaj, Wirt des Biegartens „Zum Anleger“. Allein die Reederei Barkassen- Meyer habe alle 70 Ausflüge komplett gestrichen, Hunderte zahlender Gäste bleiben also weg. „Diese Saison ist für mich schon gelaufen“, so Dreshaj.
Die Hamburg Port Authority (HPA) arbeitet derzeit an einer Lösung. „Unser Ziel ist es, die Schleusungszeiten, die jetzt bis zu einer Stunde betragen können, auf 20 Minuten zu begrenzen“, sagt HPA-Sprecher Alexander Schwertner. Doch ob das reichen wird, ist fraglich. „20 Minuten sind immer noch zu lang, die alte Schleuse hat nur zehn Minuten gebraucht“, so Dreshaj. „Da sitzen die Leute ja immer noch insgesamt 40 Minuten in der Schleuse fest!“
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
24
harras von Heilsperg aus Wilhelmsburg | 18.04.2012 | 22:50  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.