Konflikt gelöst: Mitschülerin wechselt die Schule

Assad traut sich wieder zur Schule. Auf den Mann, der ihn so brutal angegriffen hatte, wird er dort nicht mehr treffen, denn dessen Tochter ist vom Unterricht freigestellt und soll umgeschult werden. Foto: sk

Schule Fährstraße: Nach Zwischenfall einigen sich die Betroffenen

C. Pittelkow/Steffen Kozieraz,

Im Konflikt an der Grundschule Fährstraße stehen die Zeichen offenbar auf Entspannung. Im Dezember wurde dort der achtjährige Assad vom Vater einer Mitschülerin angegriffen und traute sich danach nicht mehr in die Schule. Ursprünglich sollte der Zweitklässler die Schule wechseln, doch seit dem 9. Januar nimmt er wieder am Unterricht teil. Stattdessen wird nun seine Mitschülerin – die Tochter des „Prügel-Vaters“ – die Schule wechseln.
„Die Eltern des Mädchens haben den Schulwechsel beantragt“, bestätigt Thomas Bressau, Sprecher der Schulbehörde. Das Mädchen war der Auslöser für den Zwischenfall am 7. Dezember gewesen. Assad hatte die Schülerin nach dem Unterricht geärgert, ihr Vater hatte das offenbar mitbekommen und sich wütend auf den Jungen gestürzt, ihn beschimpft, geschubst und geschüttelt.
Assads Mutter erhob schwere Vorwürfe gegen die Schule und erstattete Anzeige gehen den Mann, der ihren Sohn attackiert hatte. Ihr Vorwurf: Die Lehrerin habe tatenlos zugesehen. Gegenüber dem Wochenblatt wollte sich der stellvertretende Schulleiter Wilfried Röhl damals nicht zur Sache äußern – und will es bis heute nicht.
Schulbehördensprecher Bressau versichert aber, dass die Schule sich nichts vorzuwerfen, sondern alle notwendigen Schritte für einen Konflikt dieser Art eingeleitet habe. Einer davon ist die Aussprache mit den verfeindeten Eltern, zu der es kurz vor den Weihnachtsferien kam. „Die Mutter des Jungen hat sich bei diesem Gespräch sogar bei der Schule entschuldigt und gewünscht, dass ihr Junge dort wieder den Unterricht besucht“, so Bressau. Die Eltern des Mädchens hingegen beantragten einen Schulwechsel, dem die Schule zugestimmt habe.
Assads Mutter Eylin Ökten ist erleichtert. Das Vertrauensverhältnis zum Schulpersonal sei nach dem Gespräch mit der Klassenlehrerin und der Direktorin wieder hergestellt, versichert sie. Nun bringt sie Assad, der seit dem Vorfall in psychologischer Behandlung ist, jeden Tag persönlich zur Schule und holt ihn auch wieder ab. „Im Moment läuft es mit Assad ganz gut in der Schule. Die Lehrer sind alle nett zu ihm,“ sagt Eylin Ökten.
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