Klönen, Spielen, Lachen – Engagement, das sich gar nicht so anfühlt

Simon Ponce lernt auf dem Tandem-Abend Geflüchtete kennen. Foto: jennifer wiesbeck
 

Am Tandem-Abend von Die Insel Hilft lernen sich Hamburger und Geflüchtete
kennen – wir haben Simon Ponce bei seinem ersten Besuch begleitet

Siegmund Borstel/Daniel Peter.
Viele Hamburger möchten sich ehrenamtlich für geflüchtete Menschen engagieren; ihnen beispielsweise beim Deutschlernen helfen, die Kultur näher bringen oder einfach nur einen unterhaltsamen Abend miteinander verbringen. Das Problem: Sie wissen nicht, wo sie Geflüchtete kennen lernen können. Das Tandem-Projekt von „Die Insel Hilft“ veranstaltet alle zwei Wochen einen Abend, an dem sich geflüchtete und deutsch-sprechende Menschen kennenlernen können.
Was die Paare dabei unternehmen ist ganz unterschiedlich. Von Fußball spielen und Stadt erkunden bis hin zum gemeinsamen Kochen und Kaffee trinken ist alles dabei – es gibt keine Grenzen oder Vorgaben. Und beide Partner lernen so ganz nebenbei etwas über die Kultur und die Sprache des anderen.
Das Praktische: Nur für den Tandem-Abend kommen alle nach Wilhelmsburg, danach, kann man sich treffen, wann und wo es passt. So ist das Tandem-Projekt für alle Hamburger interessant. Wir haben Simon Ponce aus Altona zu seinem ersten Tandem-Abend begleitet.

„Komm doch auch mal mit, das macht Spaß“, der Nachbar von Simon Ponce ermutigt ihn mitzukommen - zum Tandem-Abend nach Wilhelmsburg. „Eine wirkliche Vorstellung, was mich erwartet, hatte ich da noch nicht“, erinnert sich Simon. Kurz darauf macht er sich zusammen mit seinem Nachbarn aus Ottensen auf den Weg zur Elbinsel.
„Hallo! Wie heißt du? und woher kommst du?“ An dem Tisch von Simon und seinem Nachbarn sitzen mittlerweile vier junge geflüchtete Männer. Es dauert ein wenig, ehe sie sich etwas kennen gelernt haben und die anfängliche Schüchternheit verfliegt. Das gemeinsame Memory-Spielen lockert die Stimmung, die Männer amüsieren sich. Im Anschluss wird geredet und gelacht.
Besonders bei den Geflüchteten kommt das Angebot gut an. „Mittlerweile kommen sogar Menschen aus Schleswig-Holstein angereist!“, erzählt Ben, Koordinator des Projekts, „die Geflüchteten freuen sich sehr, Hamburger kennenzulernen und ihr Deutsch zu verbessern, da nehmen sie auch gerne weite Wege in Kauf“.
Verständlich: Schließlich ist der Kontakt zu Muttersprachlern wohl die beste Methode die Sprache und Kultur eines Landes wirklich zu verstehen. Ein kleines Problem gibt es jedoch: „Die deutschen Tandem-Partner kommen leider momentan nicht ganz so zahlreich“, bemerkt Ben und fügt mit einem Zwinkern noch hinzu: „Interessenten können sich gerne unter tandem@inselhilfe.org melden.“
„Es war ein wirklich schöner Abend“, sagt Simon zusammenfassend. Einen Tandem-Partner konnte er noch nicht finden, aber er ist zuversichtlich: „Es ist nicht schlimm, dass es heute noch nicht geklappt hat. Dann komme ich eben einfach nochmal!“

Hintergrund: Die Insel Hilft
Die Insel Hilft e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der im November 2014 von Wilhelmsburgern gegründet wurde. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Initiativen und Projekten ermöglichen seine ehrenamtlichen Helfer eine schnelle und unkomplizierte Versorgung und Integration der geflüchteten Menschen in Wilhelmsburg.
Jetzt steht aber nicht mehr die Nothilfe im Fokus. „Nun gilt es die hier angekommenen Menschen bei ihrem Start in Deutschland zu unterstützen!“, sagt Diana Ennet, Vorsitzende des Vereins. Ob beim Deutschlernen, beim Kontakt mit Behörden, in Sprechstunden oder im kulturellen Austausch – Die Insel Hilft lebt eine herzliche Willkommenskultur und freut sich jederzeit über Spenden, neue Ideen und helfende Hände.
❱❱ www.inselhilfe.org
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