Kleingärtner sauer: Tippfehler ist Schuld!

Markus Rychlicki (60) soll das sieben Quadratmeter große Dach hinter seiner Laube abreißen. „Aber am Dach sind meine Regenrinnen installiert, und darunter stehen die Regentonnen.“

Frist verpennt: Wegen Zahlendreher im Behördenschreiben muss Laubenpieper (60) jetzt das Dach abreißen

Während seine Nachbarn das schöne Wetter genießen, sitzt Markus Rychlicki auf seiner Parzelle im Kleingartenverein Grüner Deich und ärgert sich schwarz. „Die Behörde will, dass ich das Dach hinter meiner Laube abreiße“, klagt er. Dabei habe er schon – wie gefordert – das komplette Vordach abgebaut, ganze 16 Quadratmeter. Den Rückbau des hinteren Daches hätte er vermeiden können, doch der 60-Jährige hat eine entscheidende Frist verpasst.
Laut Bundeskleingartengesetz sind nur 24 Quadratmeter überdachte Fläche erlaubt. Viele Laubenpieper haben mehr, stillschweigend geduldet seit Jahren. Doch wenn im nächsten Jahr die internationale Gartenschau eröffnet, soll alles seine Richtigkeit haben – erst Recht bei Kleingärten auf dem Ausstellungsgelände. So bekamen alle Pächter Post vom Bezirksamt mit der Aufforderung, die Anbauten entsprechend zurückzubauen.
Um Ärger zu vermeiden, bot die Stadt den Kleingärtnern mehrere Alternativen an. Eine davon: Wenn der Pachtvertrag nach dem 31. Dezember 2016 abläuft, muss der Rückbau auch erst bis dahin erfolgen.
Für Markus Rychlicki wäre das eine gute Lösung gewesen, doch er versäumte es, den Antrag, den das Amt Anfang März dieses Jahres mitgeschickt hatte, fristgerecht zu unterschreiben. Warum? Weil er die Frist nicht als solche erkannt hat. Rychlicki: „Da steht, der Vertrag muss bis 5. April 2011 unterschrieben werden! Habe ich da letztes Jahr was versäumt?“
Offenbar ist dem Bauprüfamt ein dummer Fehler unterlaufen, ein Zahlendreher: 2011 statt 2012. Rychlicki, ohnehin auf Kriegsfuß mit dem Bürokratensprech, blickte nicht mehr durch – und legt das Schreiben beiseite. Er wähnte sich auf der sicheren Seite, schließlich hatte er bereits das Vordach entfernt. Ein Fehler!
„Die Frist für die Vertragsunterzeichnung ist abgelaufen, er muss das Dach nun abbauen“, stellt Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts Mitte, klar. Allerdings räumt sie ein, dass auch das Bauprüfamt einen Fehler gemacht habe. „Herr Rychlicki sollte wegen des falschen Datums schriftlich Einspruch erheben“, empfiehlt sie. Die Rechtsabteilung werde den Fall dann erneut prüfen.
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