Kleiderkammer: Mehr Platz für die Flüchtlingshilfe

Freuen sich über den Umzug der Kleiderkammer in die Ottensweide: Abdul Malik, Diana Ennet, Daniel Peter, Kesbana Klein und Mohammad Kassab (v.l.). Die beiden syrischen Flüchtlinge Malik und Kassab leben in der Unterkunft Dratelnstraße und packen seit Monaten in der Kleiderkammer mit an.
 
Ordentlich und übersichtlich: Mit Hilfe von Piktogrammen sind die Kleiderkisten eindeutig gekennzeichnet. So finden alle Besucher schnell, was sie suchen.

Einrichtung des Vereins „Die Insel hilft“ zieht ins VHW-Hochhaus in der Ottensweide

Anna Sosnowski, Kirchdorf-Süd

An den Wänden des großen, hellen Raumes stehen Regale voller Kleiderkisten, mitten drin hängen Hemden, T-Shirts und Pullover, ordentlich nach Größen sortiert. „Das war viel Arbeit“, sagt Diana Ennet, Leiterin der Kleiderkammer für Flüchtlinge in Kirchdorf-Süd. Gemeinsam mit einem Team von Ehrenamtlichen hat sie um die Feiertage herum den Umzug der Einrichtung aus der kleinen ehemaligen Sauna im Erlerring in die Ottensweide 21 gestemmt. Seit rund einer Woche versorgen sie dort Flüchtlinge aus den Erstaufnahmen Karl-Arnold-Ring und Dratelnstraße mit Kleidung.
Die Räume im Keller und ers-ten Stock eines Hochhauses stellt die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (VHW) dem Trägerverein „Die Insel hilft“ mietfrei zur Verfügung. Der Verein, der sich ausschließlich aus Spenden finanziert, muss lediglich die Betriebskosten zahlen. Diana Ennet ist froh, an dem neuen Standort rund 320 Quadratmeter zur Verfügung zu haben. Genug Platz, um die vielen Kleiderspenden zu lagern, zu sortieren und übersichtlich zu präsentieren. „Wir haben jetzt sogar extra Räume für Frauen und Männer. Damit sie etwas in Ruhe anprobieren können“, erklärt sie zufrieden.

„Die Insel hilft“ wählt Diana
Ennet zur neuen Vorsitzenden

Wichtig sei auch, dass die etwa 60 Flüchtlinge, die im Durchschnitt wöchentlich in die Kleiderkammer kommen, jetzt in einem Vorraum warten können. „Wir können die Leute ja nicht in der Kälte stehen lassen“, sagt Ennet. Zudem ist die Kleiderausgabe seit dem Umzug anders organisiert. Damit niemand lange warten muss, bekommen alle Flüchtlinge einen Termin. So bilden sich auch keine großen Gruppen, die womöglich für Lärm sorgen, der die Nachbarn in dem Wohnhaus stören könnte. „Wir wollen als Bereicherung für den Gebäudekomplex wahrgenommen werden. Wir sind ja alle Nachbarn hier“, sagt Ennet.
Die 46-Jährige aus Moorwerder leitet nicht nur die Kleiderkammer, sondern wurde vor Kurzem zur ersten Vorsitzenden des Trägervereins „Die Insel hilft“ gewählt. Damit löste sie Kesbana Klein ab. Die SPD-Bezirksabgeordnete aus Kirchdorf-Süd hatte in den vergangenen Monaten geholfen, den Verein aufzubauen und die verschiedenen Hilfsangebote für Flüchtlinge zu koordinieren – insgesamt engagieren sich rund 100 Wilhelmsburger regelmäßig und ehrenamtlich für die neuen Bewohner der Elbinsel, geben Deutschkurse und sorgen für Freizeitaktivitäten. Nun will sich Klein wieder stärker ihrer politischen Arbeit widmen. „Der Verein steht ja jetzt auf festen Füßen“, sagt sie.



Was wird gebraucht?
Auch wenn die Mitglieder des Verein „Die Insel hilft“ von der Spendenbereitsschaft der Wilhelmsburger überwältigt sind und zwischenzeitlich aus Platzmangel einen Spendenstopp verhängen mussten, mangelt es weiterhin an einigen Dingen. So werden zum Beispiel noch Winterschuhe, Handschuhe und Sportkleidung für Kinder, Frauen und Männer gebraucht, sowie Männerkleidung in kleinen Größen. Außerdem benötigten die Ehrenamtlichen noch Socken und Unterwäsche. Hierfür wird um Geldspenden gebeten, damit die Sachen aus hygienischen Gründen neu gekauft werden können. Kleiderspenden können immer dienstags von 10 bis 13 Uhr und sonnabends von 11 bis 14 Uhr in der Ottensweide 21 abgegeben werden.
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