Kita zieht ins Hybrid House

Simon Vollmer (Geschäftsführer Wohnbau und Projektentwicklung Hamburg GmbH) hat lange mit der Stadt über die Nutzung des Hybrid House verhandelt - ohne Erfolg. Foto: wph

Langfristiger Mietvertrag für Erdgeschoss soll
in Kürze unterzeichnet werden

Es war das erste fertige Vorzeigeprojekt der Internationalen Bauausstellung: das Hybrid House am Inselpark. Jetzt steht der Vorzeigebau leer, die Verwaltung der Gartenschau ist längst ausgezogen. Als mögliche Nutzung kamen erst Wohnungen für Flüchtlinge in Betracht, dann wurden Pläne für eine Art Gesundheitszentrum vorgelegt. Wie geht’s weiter? Im Wochenblatt-Interview nimmt Simon Vollmer, Geschäftsführer des Eigentümers Wohnbau und Projektentwicklung Hamburg (wph), Stellung.

Gibt es konkrete Pläne für die künftige Nutzung des leer stehenden Hybrid House?
Wir werden in Kürze einen langfristigen Mietvertrag mit einer KITA für das komplette Erdgeschoss abschließen. Wir freuen uns sehr, dass wir somit eine gute und nachhaltige Nutzung für die Erdgeschossflächen gefunden haben. In den kommenden Monaten werden wir nun die Vermietungsaktivitäten für die verbleibenden Mietflächen forcieren, so dass wir hoffentlich zum Ende des Jahres einen zufriedenstellenden Vermietungsstand erzielt haben. Interessenten könnten sich gerne an uns oder unseren Kooperationspartner Großmann und Berger wenden.

Könnte hier ein Family Care Zentrum eingerichtet werden? Hat es deswegen Gespräche gegeben?
Nein, leider ist diesbezüglich niemand auf uns zugekommen. Ein solches Zentrum hätte hier sicher gut Platz gefunden und wäre eine tolle Sache gewesen. Sollte es hierzu weitere Ansätze geben, kann man gerne darüber sprechen. Allerdings steht die Erdgeschossfläche nun nicht mehr zur Verfügung.

Ist das Hybrid House geeignet als Wohnunterkunft für Flüchtlinge? Wie viele Flüchtlinge könnten hier wohnen?
Aus unserer Sicht wäre das Objekt sehr gut für die Unterbringung geeignet. Allerdings haben wir von den zuständigen Behörden eine Absage diesbezüglich erhalten. Wir hatten über einen längeren Zeitraum versucht das Objekt für Flüchtlinge anzubieten. Wie viele Flüchtlinge hier hätten Platz finden können, kann ich nicht genau sagen. Wir sind von 150 plus X ausgegangen, wenn man im Erdgeschoss eine Art „Erstaufnahme“ eingerichtet hätte. Die genauen Flächenanforderungen pro Flüchtling sind uns nicht bekannt.

Haben Sie deswegen mit der Stadt verhandelt?
Wir haben das Objekt angeboten. Es wurde auch ein gutes Erstgespräch geführt, aber letztlich erhielten wir nur eine Absage ohne dass wir über die genauen Möglichkeiten sprechen konnten. Das Objekt wurde zur Miete aber auch zum Kauf angeboten.

Warum ist es zu keiner Einigung gekommen? Wären die Umbaukosten zu hoch gewesen?
Die Aussage war, dass es zu teuer wäre. Inwieweit dies im Detail geprüft wurde, kann ich nicht sagen. In jedem Fall gab es, wie bereits erwähnt, keine weiteren Verhandlungen oder Gespräche, um die verschiedensten Konstellationen zu besprechen.

Was kostet Sie der Leerstand pro Monat?

Ich möchte keine Zahlen nennen, aber wenn gut 1.700 m² von knapp 2.000 m² leer stehen, kann das auf Dauer nicht gut sein. Aus diesem Grund sind wir sehr froh, dass wir jetzt einen guten Mieter für die Erdgeschossfläche gefunden haben – auch wenn der Umbau wieder eine größere Investition nachsichzieht.


Info: Hybrid House
Der Ausdruck „hybrid“ kommt aus dem Griechischen und lässt sich mit „gemischt“ übersetzen. Zu diesem Mix gehören hier: die auf Nachhaltigkeit ausgelegte Mischbauweise aus Holz und Beton, der Energiemix aus Sonnenenergie und Erdwärme und vor allem die flexible Nutzung der Innenräume. Insgesamt wurden rund fünf Millionen Euro in den Bau investiert.
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