Kirchentag kassiert 1,5 Millionen für Vermittlung von Schlafplätzen

21 Euro pro Person Vermittlungsgebühr - da kommt ganz schön was zusammen

von Christiane Handke

Vom 1. bis zum 5. Mai ist Kirchentag in Hamburg. Dabei wird auf die Großzügigkeit der Hamburger gesetzt: Diese sollen Kirchentagsbesuchern aus christlicher Nächstenliebe und für nichts als Gotteslohn Schlafplatz und Frühstück bieten. Was viele potenzielle Gastgeber nicht wissen: Der Kirchentag kassiert von jedem Gast eine Gebühr von 21 Euro. Bei 72.000 Besuchern, denen der Kirchentag ein Bett vermittelt, macht das rund 1,512 Millionen Euro. Ein Teil des Geldes fließt an die Gemeinschaftsquartiere, meist Schulen. Die privaten Gastgeber aber sehen keinen Cent.
Dazu Heike Rechkemmer, Pressereferentin des Deutschen Evangelischen Kirchentags: „In den 21 Euro enthalten ist: 1. der Personalaufwand, der für die Vermittlung der Quartiere notwendig ist, 2. die Werbung für Privatquartiere, 3. die Bereitstellung der Schulen, 4. die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, 5. die Nebenkosten für die Schulen. Die Privatquartiere bezahlt der Kirchentag nicht, die Gastgeber machen das ehrenamtlich und aus Gastfreundschaft. Das genau ist der wichtigste Aspekt bei Privat- und Gemeinschaftsquartieren, die der Kirchentag vermittelt: ein Miteinander, das auf Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft basiert und nicht durch eine Geschäftsbeziehung geprägt ist.“
Erwartet werden alles in allem knapp 100.000 Übernachtungsgäste. Knapp ein Drittel wird in Eigeninitiative, zum Beispiel bei Freunden oder im Hotel, übernachten. Die meisten aber suchen über die Homepage des 34. Deutschen Evangelischen Kirchentags nach Schlafplätzen. Die Kirchentag-Organisatoren schätzen, dass sie etwa 60.000 Gäste in Gemeinschafts- und 12.000 in Privatquartieren unterbringen werden.
1,2 Millionen Euro gibt der Kirchentag alleine für Werbung aus. Heike Rechkemmer: „Um 12.000 Schlafplätze zu finden, müssen wir einen enormen Werbeaufwand betreiben.“ Trotzdem fehlten am Montag noch 4.423 Betten.
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Torben Meier aus Harburg | 17.03.2013 | 10:06  
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