Kirche soll abgerissen werden

St. Maximilian Kolbe mit angrenzendem Altenheim in der Krieterstraße: Der markante Bau aus den 70ern könnte schon bald verschwinden. Zuvor wird die Kirche bei einem letzten Gottesdienst profaniert, also entweiht. Der Priesterrat des Erzbistums hat der Entweihung bereits zugestimmt, der Erzbischof noch nicht – er hat das letzte Wort.

Sanierung der St. Maximilian Kolbe Kirche würde 400.000 Euro kosten – zu teuer, sagt das Erzbistum Hamburg

Wann genau die Abrissbirne in der Krieterstraße einschlägt, steht noch nicht fest, aber die Tage der katholischen St. Maximilian Kolbe Kirche sind gezählt. Um Betonschäden und das kaputte Dach zu sanieren, müssten 400.000 Euro in-vestiert werden, sagt Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums Hamburg. Das sei zu viel. Zudem wird der Platz gebraucht, denn das zur Kirche gehörende Alten- und Pflegeheim müsse erweitert werden. „Es ist zu klein und entspricht nicht mehr den üblichen Standards“, so Nielen. In dem Neubau werde auch ein Raum für Gottesdienste eingerichtet. Doch bevor die Bagger rollen, muss das Denkmalschutzamt den Abriss noch genehmigen. Denn die markante Kirche mit der ungewöhnlichen Spiralform steht unter Schutz.
Das Gotteshaus in der Krieterstraße gilt als charakteristisches Beispiel für den Kirchenbau der 1970er Jahr. Es wurde nach einem Entwurf des Architekten Jo Filke aus Bremerhaven gebaut und 1974 geweiht. „Die freie Gestaltung macht die Kirche zu einem wirkungsvollen städtebaulichen Merkzeichen in dem Gebiet“, sagt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde. Ein Abriss sei trotzdem unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Zum Beispiel, wenn eine Sanierung dem Besitzer finanziell nicht zuzumuten sei. Oder wenn nach einer Sanierung nicht mehr genug historische Bausubstanz übrig bliebe, um den Denkmalschutz zu erhalten. Zurzeit gebe es darüber intensive Gespräche mit dem Erzbistum, bestätigt Isermann.
In der Gemeinde zeigt man sich betroffen über den Abriss. „Darüber freut sich hier keiner“, sagt Pfarrer Thomas Hoffmann. Er leitet die St. Bonifatius-Gemeinde mit 7.200 Mitgliedern, zu der auch die Nebenkirche St. Maximilian Kolbe gehört. „Der Pfarrgemeinderat ist dabei zu überlegen, wie wir das Beste daraus machen“, sagt Hoffmann. Zurzeit besuchen etwa 120 Personen den Sonntagsgottesdienst in der Krieterstraße. Sie müssen nach dem Abriss in die etwa zwei Kilometer entfernte Hauptgemeinde St. Bonifatius fahren. Dafür könnten zum Beispiel Fahrgemeinschaften eingerichtet werden.
Auf die St. Bonifatius-Gemeinde kommen noch weitere Herausforderungen zu. So müsse das Gemeindehaus dringend saniert werden, sagt Hoffmann. „Die Gemeinde möchte für die Menschen auf der Insel da sein. Dafür müssen aber entsprechende Gegebenheiten geschaffen werden“, sagt der Pfarrer. „Wir haben einiges zu stemmen.“
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