Kirche muss sparen - aber wo?

Vor dem Open Space, der Infoveranstaltung, konnten alle Gebäude angesehen werden. Pastorin Anja Blös steht im Eingang des Küsterhauses und erklärt etwas über das denkmalgeschützte Haus. Foto: marco moreno

Wilhelmsburger informierten sich über die Probleme der Kirchdorfer Gemeinde

Der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Kirchdorf stehen einschneidende Änderungen bevor. Es muss gespart werden, Ideen sind gefragt. Auf einer „Open Space“ genannten Veranstaltung konnten sich Wilhelmsburger über die Probleme der Gemeinde informieren und über Lösungen diskutieren. Rund 60 Interessierte nutzten diese Möglichkeit.
Hintergrund: 2002 fusionierten die Kirchdorfer Kirchengemeinden St. Raphael und Kreuzkirche. Der Gebäudebestand hat sich seitdem nicht verändert. Es gibt zwei Kirchen, zwei Gemeindehäuser, vier (ehemalige) Pastorate, das „Alte Pastorat“ und das älteste Haus Wilhelmsburgs, das reetgedeckte Küsterhaus. Aber: Vor 20 Jahren gehörten noch 20.000 Menschen zu den Kirchdorfer Kirchengemeinden, heute hat die fusionierte Kirchengemeinde noch knapp 4.600 Mitglieder. Die Instandhaltungskosten für die Gebäude betragen 110.000 Euro pro Jahr. „Das ist mehr als ein Drittel des Gesamthaushalts. Daher sind Veränderungen geboten“, erläutert Pastorin Anja Blös.
Die Teilnehmer am „Open Space“ haben mehrere Vorschläge gemacht. Beispiele:
- Statt Gebäude abzugeben, sollte versucht werden, die Einnahmen zu erhöhen;
- kirchliche Räume müssten dem Stadtteil geöffnet werden;
- eine Freie Schule möchte das Gemeindehaus St. Raphael mieten;
- durch aufgesetzte Stockwerke an Kirchengebäuden könnten Wohnprojekte für Familien, Auszubildende, Geringverdiener und Obdachlose geschaffen werden.
Wie geht’s jetzt weiter? Was wird konkret gemacht? Werden Gebäude verkauft oder abgerissen? Bis wann sind Entscheidungen nötig? Dazu Pastorin Blös: „Der Kirchengemeinderat Kirchdorf wird eine Arbeitsgruppe bilden, die diesen Gebäudeprozess hauptsächlich organisiert und vorantreibt.“
Klar ist: Die letzte Entscheidung trifft immer das gewählte Leitungsgremium, der Kirchengemeinderat. Und die 628 Jahre alte denkmalgeschützte Kreuzkirche bleibt auf jeden Fall.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.