Kirchdorfer Mauer: Streit geht weiter

Verwahrloster Graben: Anwohner Ralf Persian (mit Enkel Fynn) ärgert sich über seinen Nachbarn. Foto: cvs

Anlieger hält Graben nicht sauber, das kann richtig teuer werden

von Christopher v. Savigny

Der Graben am Ende von Ralf Persians Garten macht einen äußerst ungepflegten Eindruck: Nicht nur Blätter und Zweige liegen darin, auch Müll und ein alter Fußball. „Manchmal sieht man sogar Ratten“, sagt Persian, der am Siedenfelder Weg wohnt. Zuständig für die Vermüllung ist sein Nachbar Atilla Oktay, zu dessen Grundstück der Graben gehört. Doch der Nachbar ist seit vergangenem Jahr nicht mehr zu sprechen, er hat sich von seiner Umwelt mit einer zwei Meter hohen Betonmauer abgeschottet. „Vorher hatten wir wenigstens ein bisschen Kontakt, jetzt gar nicht mehr“, sagt der Rentner.
Über die „Kirchdorfer Mauer“ berichtete das Wochenblatt Anfang des Jahres. Das Resultat: Es liegt eine behördliche Genehmigung vor, Umzäunungen bis zu einer Höhe von zwei Metern sind erlaubt. Über die Gründe kann man nur spekulieren: Hat der Bauherr Angst vor Einbrechern? Persian weiß es nicht. Aber seither verdreckt der Graben.
„Er hat extra keinen Durchlass eingebaut, damit er nicht saubermachen muss“, schimpft er. Zudem war das Grundstück vor dem Bau um etwa 20 Zentimeter aufgeschüttet worden. Die Betonwand wirkt dadurch noch höher, und das völlig unzureichend mit alten Sperrholzplatten abgestützte Erdreich droht ständig auf Persians Seite hinüberzufallen.
Ansprechpartner zum Thema Gräben in Kirchdorf ist der Wasserverband Wilhelmsburger Osten. „Die Anlieger sind verpflichtet, die Gräben regelmäßig zu reinigen, damit das Wasser abfließen kann“, sagt Dierk Müns-ter vom beauftragten Ingenieurbüro Münster. Anderenfalls müsse man eine Firma beauftragen. „Da können leicht 1.000 oder 2.000 Euro für den Verursacher zustandekommen.“ Der Fall sei ihm bekannt. „Wir haben Herrn Oktay schon des öfteren deswegen angeschrieben“, so Münster. Um Druck aufzubauen, habe man jetzt zusätzlich die Wasserbehörde des Bezirksamts eingeschaltet.
Oktay selbst sieht die Sache anders: „Der Graben gehört uns beiden“, sagt er. „Ich werde meinem Teil saubermachen, er soll seinen Teil auch saubermachen.“
Noch eine Info zum Schluss: Laut Auskunft des Bezirksamtes darf man sein Grundstück durchaus mit Erde aufschütten. „20 Zentimeter sind in Ordnung“, sagt Sprecherin Sorina Weiland.
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