Kinderlesegalerie im Open House

Suchen sich mit sichtlichem Vergnügen ihren persönlichen Leseschatz in der Kinderlesegalerie: Beritan (7), Fatma (11), Ramou (6), Mimi (10), Selma (9) und Kumba (10, v.l.).

Anwohner gründen kostenlose Nachbarschaftsbibliothek für Kinder

von Angela Dietz

Engagement für den Stadtteil schreiben viele Wilhelmsburger groß. So auch die Neu-Wilhelmsbürger der Baugemeinschaft im Open House: Sie haben eine kleine Nachbarschaftsbibliothek für Kinder gegründet.
Michael Frauz sitzt auf dem Sofa und liest der zweijährigen Helena vor. Das Mädchen aus dem Ostflügel des Hauses hockt neben ihm und lauscht aufmerksam. Die Beinchen wippen rhythmisch auf der Sofakante. Ab und zu ist ein Murmeln zu hören. Helena kommentiert leise den Fortgang der Bilderbuchgeschichte.
Jeden Mittwochnachmittag können Kinder von 2 bis 16 Jahren in der Kinderlesegalerie im Open House in der Dorothea-Gartmann-Straße (früher: Dierksstraße) lesen, vorgelesen bekommen oder Bücher ausleihen. Und das alles kostenlos. „Zwei von uns haben früher für einen Verlag Druckvorlagen hergestellt“, erzählt Frauz. „Bis heute bekommen wir überschüssige Bücher geschenkt.“
Mit bunten Punkten auf den Rücken stehen die nun in den Regalen auf der Galerie im ersten Stock. Die Farbe steht für das jeweils geeignete Lesealter. Von Mangas über Bilderbücher, Kinderkrimis, Pferdegeschichten bis zu Harry Potter lässt sich für jede Vorliebe etwas finden. Selma (9) ist zum zweiten Mal in der Kinderlesegalerie. „Meine Freundin Mimi hat mich mitgenommen“, erzählt sie.
Selma leiht sich „Emmy und die Wunderschrumpfratte“ aus, Mimi (10) greift zu den „Drei ???“. Die Papp-Ausleihkarten, mit Buchtitel und Kinder-Name, verströmen noch den Charme computerloser Zeiten. Rückgabe des geliehenen Buches: Wenn das Kind das nächste Mal kommt. „Wir wollen das locker handhaben“, erläutert Michael freundlich.
Nebenan im Gemeinschaftsraum spielen Beritan (7), Fatma (11), Kumba (10) und Ramou (6) das Kartenspiel Uno mit zwei Erwachsenen. Gekicher und Gelächter schallt durch die Etage. Eigentlich soll es still sein, damit andere in Ruhe lesen können. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Eben haben die Vier noch Schularbeiten gemacht. Vergnügen muss auch sein. Nur wenn es zu laut wird, ruft Michael: „Seid bitte wieder etwas leiser!“


Kinderlesegalerie im Open House, Dorothea-Gartmann-Straße 1; jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr; Eltern hinterlassen ihre Telefonnummer und unterschreiben eine Einverständniserklärung, dass ihr Kind die Bibliothek besuchen darf.
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