Keinen Cent für die Deichschützer

Der Ortsbeauftragte Uwe Sommer (r.) und sein Zugführer Peter Kähler wissen noch nicht, wo sie das Geld für das Deichwacht-Jubiläum hernehmen sollen. (Foto: cvs)

Deichwacht feiert nächstes Jahr ihr 50. – Bezirksamt gibt nichts dazu

von Christopher v. Savigny

Wenn die Deichwacht Wilhelmsburg im nächsten Frühjahr ihren 50. Geburtstag begeht, wird die Feier womöglich ziemlich mager ausfallen. Grund: Das Bezirksamt Mitte, verantwortlich für die Betreuung der Deichwacht, macht anlässlich der Feierlichkeiten keinen Cent locker. Lediglich die Bezirksversammlungen Mitte und Harburg spenden jeweils 1.000 Euro. „Viel zu wenig“, ärgert sich Uwe Sommer, Ortsbeauftragter und Gründungsmitglied der Deichschutzeinrichtung: „Wie es aussieht, müssen wir den Kaffee selbst bezahlen.“
Die Deichwacht Wilhelmsburg wurde am 17. Februar 1963 aus der Taufe gehoben, ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe. Rund 50 ehrenamtliche Helfer stehen derzeit bereit, um im Ernstfall Sandsäcke zu schleppen und marode Deiche abzusichern. Echte Katastrophen passieren dank hoher Schutzbauten immer seltener: Zuletzt wurden die Männer vor zehn Jahren zu Hilfe geholt – damals wegen eines Hochwasseralarms in Niedersachsen.
Für Einsätze dieser Art zahlt die Stadt 2,05 Euro Stundenlohn pro Nase, die Summe soll demnächst auf drei Euro aufgestockt werden. Auch für die jährlich praktizierten Katastrophenübungen gilt dieser Tarif – mögliche Verdienstausfälle werden allerdings nicht ersetzt. Weitere Einkünfte erhalten die Deichschützer, die sich einmal wöchentlich in ihrer Unterkunft an der Rotenhäuser Straße treffen, nur über das vom Bezirksamt erstattete Fahrgeld. Dies wird in eine Sammelsparbüchse
gesteckt.
Fest steht: Gefeiert wird am 1. März im Gasthof Sohre in Kirchdorf. Sommer will 190 Personen verköstigen, dazu soll eine Kapelle gemietet werden. Die Deichwachten von Harburg, Finkenwerder und Rothenburgsort, die alle zusammen vor 50 Jahren gegründet wurden, werden ebenfalls anwesend sein.
Warum gibts vom Bezirk keine Unterstützung? Laut Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland fehlt das Geld an allen Ecken und Enden: „Die Deichwacht muss sich eben selbst Sponsoren suchen“, sagt sie. Die Absage habe nichts mit der Wertschätzung der Einrichtung zu tun. „Im Gegenteil“, so Weiland. „Wir wissen, was wir an der Deichwacht haben.“
Kontakt: S 754 13 70 (Uwe Sommer)
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.