Kein Strom, kein Wasser – und keine Schule!

War zum Zeitpunkt der Katastrophe zwölf Jahre alt: Wochenblatt-Mitarbeiterin Gisela Christopher lebte 1962 in Wilhelmsburg. Foto: pit

Wochenblatt-Mitarbeiterin erinnert sich an die Sturmflut 1962

Auch eine langjährige Angestellte des Wochenblatt-Verlags hat die Sturmflut von 1962 miterlebt. „Wir wohnten damals in der Veringstraße,
Ecke Alte Schleuse“, erinnert sich Gisela Christopher. Zwar blieb diese Ecke Wilhelmsburgs weitgehend von den Wassermassen verschont. Doch die Auswirkungen der Katastrophe bekam die damals Zwölfjährige dennoch zu spüren. „Wir mussten erst nach den Sommerferien wieder zur Schule“, erzählt die 62-Jährige.
Der Grund: In ihrer Schule am Rotenhäuser Damm waren die evakuierten Menschen untergebracht. Neben dieser für Kinder erfreulichen Tatsache erinnert sich Christopher aber auch an weniger schöne Dinge wie den unheimlichen Orkan, vollgelaufene Keller, tote Tiere auf der Straße und den kompletten Ausfall der Strom- und Wasserversorgung. „Zum Glück hatte mein Vater noch Holz aus dem Keller geholt, weswegen wir in der Küche heizen konnten“, so Christopher. Wegen seiner molligen Wärme sei der Raum ein Durchgangslager für Angehörige und Nachbarn gewesen. „Alle kamen zum Aufwärmen vorbei, es war tagelang brechend voll.“
Da ganz Wilhelmsburg von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten war, gab es nicht nur kein Wasser zum Kochen, sondern auch in Bad und WC kam nichts aus dem Rohr. „Zum Nachspülen auf der Toilette haben wir das alte Wasser vom Kartoffelkochen genommen“, schmunzelt sie.
Zum Glück hatte die ehemalige Wilhelmsburgerin keine Angehörigen zu betrauern. Dennoch ist sie auch heute noch betroffen, wenn sie an die Sturmflut denkt. Christopher: „Wir waren alle geschockt, die Katastrophe war für alle unfassbar.“
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