Kein Stadtrad beim Krankenhaus Groß Sand

Ray S. ärgert sich, dass das Stadtrad-System nicht auch am Krankenaus Groß Sand eine Station hat. Foto: pr

Krankenhaus hätte gern eine Station vor der Tür. Politiker sind begeistert, Wirtschaftsbehörde hat kein Geld

Von Sabine Langner.
Ray S. (Name der Redaktion bekannt) ist verärgert. Der Hamburger hatte einen Untersuchungstermin im Krankenhaus Groß Sand. Einfach an der S-Bahn-Station Wilhelmsburg auf eines der roten Stadträder steigen und losfahren, dachte sich der junge Mann. Pustekuchen. Mit dem Rad kam er nur bis zum Bürgerhaus in der Mengestraße. Das Krankenhaus ist nicht angebunden an das Stadtrad-Sys-tem. Daher musste Ray S. das Fahrrad kostenpflichtig mehrere Stunden ausleihen.
Mit seinem Ärger ist der Patient nicht allein. Schon vor mehr als einem Jahr wurde in der Bezirksversammlung über die Installation einer Stadtrad-Station auf dem Klinikgelände diskutiert. In seltener Einigkeit beschlossen die Bezirkspolitiker, das Projekt anzuschieben. Doch damit hatten sie die Rechnung ohne die Wirtschaftsbehörde gemacht.

30.000 Euro will das
Krankenhaus nicht ausgeben

„Der Ausbau des Stadtrad-Systems ist bis auf Weiteres abgeschlossen“, sagt Richard Lemloh, Sprecher der Wirtschaftsbehörde. „Es ist gleichwohl nicht auszuschließen, dass ab 2019 im Rahmen der notwendigen Neuausschreibung des Systems über weitere Stand-orte nachgedacht wird. Daher befindet sich der Vorschlag auch auf einer entsprechenden Vormerkliste“, so der Pressesprecher weiter.
Die aktuelle Entscheidung bedauert auch die Krankenhaus-Verwaltung. „Wir sind ein Haus mit großen Besucherströmen“, erläutert Sarah
Eyßer, Marketing-Leiterin des Krankenhauses Groß Sand. „Wir verstehen uns als Gesundheitszentrum im Stadtteil. Entsprechend ist es klar in unserem Interesse, wenn sich mehr Menschen per Fahrrad statt mit dem Pkw fortbewegen. Hinzu kommt, dass die Parkmöglichkeiten rund um unser Haus begrenzt sind, und wir Patienten, Besuchern und Mitarbeitern nicht nur eine gesundheitsfördernde, sondern auch möglichst entspannte Anreise ohne lange Parkplatzsuche ermöglichen möchten.“
Eine theoretische Möglichkeit würde es noch geben für eine Stadtrad-Station: Die
Klinik müsste selber die rund 30.000 Euro für den Bau ausgeben. Aus eigenen Mitteln sei das unmöglich, so Sarah Eyßer weiter. Es gab auch Gespräche mit Sponsoren, die sind allerdings bisher ergebnislos verlaufen. Und so ärgern sich Patienten, Mitarbeiter und Bezirkspolitiker weiter, dass das eigentlich tolle Fahrradsystem erst mal nicht kommt.
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