Kein Platz für Hunde!

Zu wenig Auslauffläche: Martin Hagen und sein Hund "Jimmy (5) haben beide „die Schnauze voll“. Foto: cvs

Auf der Elbinsel fehlen Auslaufflächen für die Vierbeiner -
Bezirk auf der Suche nach Gelände für Hundeauslaufzone

Von Christopher von Savigny.
Martin Hagens Mischlingsrüde „Jimmy" (5) ist ein lebhafter Hund, der gerne ein bisschen herumtollt - wenn möglich, ohne Leine. Das Problem: In der Nähe des Inselparks – der Gegend, wo Hagen wohnt – existiert keine einzige Fläche, die der Vierbeiner unangeleint nutzen darf. Martin Hagen ist darüber mächtig sauer: „Die einzige offizielle Hundeauslaufzone im Stadtteil befindet sich am Ernst-August-Stieg, das ist ein über vier Kilometer langer Weg“, schimpft er.
Der Hundebesitzer ist gehbehindert und kann daher keine langen Strecken zu Fuß zurücklegen. Noch dazu sei die angebliche Hundeauslaufzone mit ihren paar Quadratmetern doch eher als „Zönchen“ zu bezeichnen. „Ich begreife nicht, dass sich Hamburg auf der Elbinsel nicht ein paar mehr Flächen für Hunde leistet. Andere, wohlhabendere Stadtteile haben jedenfalls weitaus mehr davon!“ Zumindest, findet Hagen, sollten Teile des Inselparks für leinenlose Hunde freigegeben werden. „Vor der
Gartenschau war das ja auch möglich“, so Hagen.

Behörde prüft, ob sie eine neue Auslaufzone einrichtet


Das im Jahr 2006 in Hamburg in Kraft getretene Hundegesetz sieht vor, dass alle Vierbeiner außerhalb besonders gekennzeichneter Flächen an der Leine zu führen sind. Laut offizieller Behördenliste hat Wilhelmsburg tatsächlich nur eine einzige Hundeauslauffläche.
1.500 Quadratmeter misst das Areal am Reiherstieg den Zahlen zufolge - das entspricht lediglich einem knappen Viertel Fußballfeld. Zum Vergleich: Die größten Hundeauslaufzonen der Hansestadt, etwa das Heimfelder Holz im Bezirk Harburg, verfügen über bis zu 100.000 Quadratmeter Fläche (rund 14 Fußballfelder). Gemäß Hamburgs „Hundegesetz-Globalrichtlinie“ soll jeder Bezirk so viele Auslaufzonen einrichten, dass kein Hundebesitzer mehr als zwei Kilometer weit laufen muss.
Warum das in Wilhelmsburg bislang nicht geschehen ist, kann Martin Cordes, Sprecher des Bezirksamts Mitte, nicht beantworten. Grundsätzlich sei es allerdings möglich, seinen Hund am Reiherstieg-Grünzug und im Uferpark (am Reiherstieg-Knie, d. Red.) frei laufen zu lassen.
Diese Regelung gelte aber nur für gehorsamsgeprüfte Hunde. Cordes weiter: „Im Inselpark haben wir Probleme mit freilaufenden Hunden, die nicht nur durch die Blumenrabatten rasen, sondern auch Kot auf den Wiesen und Rasenflächen hinterlassen. In dieser intensiv genutzten und gepflegten Parkanlage haben wir deshalb Leinenzwang vorgeschrieben. Wir prüfen aber, ob wir an geeigneter Stelle eine Hundeauslaufzone einrichten können."
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2 Kommentare
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Werner Alex aus Harburg | 24.06.2015 | 15:15  
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Martin Hagen aus Wilhelmsburg | 18.11.2016 | 12:27  
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