Kein Geld für die Wilhelmsburger Tafel

Im Deichhaus können sich Bedürftige fünfmal pro Woche mit Lebensmitteln versorgen. Foto: cvs

Lebensmittelausgabe muss sich weiter mit Ehrenamtlichen über Wasser halten

Von Christopher von Savigny.
Die Wilhelmsburger Tafel muss weiterhin ohne öffentliche Gelder auskommen. Nachdem Ende letzten Jahres die zeitweilige Förderung durch die Bezirksversammlung Mitte ausgelaufen war (das Wochenblatt berichtete), konnte die Einrichtung im Deichhaus bis heute keinen neuen Geldgeber finden.
Zuletzt scheiterte eine Anfrage bei der Sozialbehörde (BASFI) auf dauerhafte Unterstützung. Auch aus der ursprünglich erhofften Förderung durch den Kirchenkreis Hamburg-Ost sei nichts geworden. Derzeit finanziert sich der Verein, die Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg (AIW), ausschließlich über Spenden. „Wichtigster Punkt sind die Personalkosten“, sagt der AIW-Vorsitzende Volker Schenk. „Im Moment können wir uns nur noch eine halbe Leitungsstelle und einen Minijobber leisten.“ Der weitaus größte Teil der Arbeit werde von Ehrenamtlern übernommen.
An fünf Tagen wöchentlich können sich Bedürftige bei der Wilhelmsburger Tafel gegen Nachweis gratis mit Lebensmitteln versorgen. Zwei betriebseigene Transporter sorgen für die Anlieferung der Essenswaren, die von Hamburger Supermärkten gespendet werden. Die Besucherzahl schwankt zwischen 250 und 300 pro Woche. Neben dem Deichhaus am Vogelhüttendeich existieren drei weitere Ausgabestellen der AIW auf der Veddel, im Bahnhofsviertel und in Kirchdorf.
Die Helfer geben sich alle Mühe, den Betrieb aufrecht zu erhalten. „Wir kommen einigermaßen zurecht“, sagt Schenk. „Ich stehe allerdings grundsätzlich auf dem Standpunkt, dass wir eine gesellschaftliche Aufgabe erfüllen, die entsprechend honoriert werden sollte.“
Die AIW war 1989 als Arbeitslosenprojekt gegründet worden, im Jahr 1994 kam die Lebensmittelausgabe hinzu. Nicht zuletzt dank des Einsatzes von ABM-Kräften und Aktiv-Jobbern konnte das Angebot deutlich ausgeweitet werden. Unter anderem gab es eine Fahrradselbsthilfe, eine Computerwerkstatt, ein Parkpflege-Projekt und eine Kleiderkammer. Nachdem die Stadt im Jahr 2011 ihre Förderung für die AIW überraschend einstellte, mussten sämtliche Zusatzangebote wieder dichtmachen.
Trotz der finanziellen Schieflage plant die AIW aktuell ein neues Projekt – eine Begegnungsstätte für Flüchtlinge. Wer sich noch ehrenamtlich engagieren möchte, ist herzlich willkommen: Tel 75 66 59 34 (Wilhelmsburger Tafel).
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